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News zu Gründungszuschuss, Einstiegsgeld, Businessplan & Co

Wichtige rechtliche Änderungen, Tipps zu Steuer und Sozialversicherung, Ideen für mehr Erfolg vor und nach der Gründung - in unserem News-Blog berichten wir ganz aktuell.

Das wird teuer: Ab 2013 Rentenversicherungspflicht für Selbständige


Arbeitsministerin Ursula von der Leyen plant ein umfassendes "Rentenreformpaket", in dessen Rahmen Selbständige zu einer ausreichenden Altersvorsorge verpflichtet werden sollen. Dies wird für viele Selbständige zu Mehrbelastungen in Höhe von einigen hundert Euro pro Monat führen. Die Eintrittsbarrieren in die Selbständigkeit werden deutlich erhöht. Die Wahlfreiheit ob und in welcher Form eine Altersvorsorge erfolgt, wird eingeschränkt. Wir erläutern im Folgenden, was das konkret bedeutet, im nächsten Blogbeitrag können Sie das Eckpunktepapier dann im Originaltext lesen.

Der Gesetzentwurf wurde aufgrund seiner kontroversen Inhalte lange unter Verschluss gehalten. Vergangene Woche hat ihn die Süddeutsche Zeitung publik gemacht. Das Rentenreformpaket soll bereits am 1. Januar 2013 in Kraft treten, in Kürze beginnt die "Ressortabstimmung", bei der Stellungnahmen anderer Ministerien eingeholt werden. Die Altersvorsorgepflicht für Selbständige ist so kompliziert in ihrer Regelung, dass sie erst ein halbes Jahr später, zum 01.07.2013, in Kraft treten soll.


a) Für wen gilt die Altersvorsorgepflicht (nicht)?

Nicht alle Selbständigen sind betroffen, es gibt eine ganze Reihe von Ausnahmen. In diesen Fällen geht man offenbar davon aus, dass die Vorsorge bereits ausreicht (bzw. es ansonsten zu spät für den Aufbau einer Vorsorge ist):

  • Selbständige "im rentennahen Alter", gemeint sind über 50-Jährige (Geburtsdatum vor dem 1.7.1963; ich selbst habe also noch gut vier Jahre, bis ich ins rentennahe Alter komme...)
  • Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte und andere freie Berufe, die über ihre berufsständischen Versorgungswerke abgesichert sind. Dies gilt auch für Landwirte. Insgesamt sind ca. 1,1 Millionen Selbständige über solche Versorgungswerke abgesichert.
  • Künstler und Publizisten, die Mitglieder der Künstlersozialversicherung sind
  • Geringfügig, also bis 400 Euro verdienende Selbständige
  • Nebenberuflich Selbständige, das heißt solche, die weniger als 20 Stunden pro Woche selbständig arbeiten UND in der Regel den größten Teil des Einkommens aus einer nicht-selbständigen Tätigkeit beziehen UND keinen Mitarbeit mehr als nur geringfügig (bis 400 Euro pro Monat) beschäftigen


Für die bei Inkrafttreten des Gesetzes bereits selbständigen 30- bis 50-Jährigen (Geburtsdatum zwischen 1.7.1963 und 30.06.1983) gibt es Ausnahme- und Befreiungsregeln, aber nur sofern sie bereits vorgesorgt haben. Haben Sie also zum Beispiel in Hinblick auf die Altersvorsorge eine Immobilie gekauft, so müssen sie nicht zusätzlich zu Zins und Tilgung auch noch in eine private Rentenversicherung einzahlen. Ausreichend hohe Ersparnisse (unabhängig davon, wie genau sie angelegt sind) oder bestehende Versicherungsverträge (auch wenn sie den unten aufgeführten Kriterien nicht hundertprozentig entsprechen) werden wohl akzeptiert. Laut einem von der Presse zitierten, internen Papier reicht es aus, "dass sie Beiträge zu Lebens- oder Rentenversicherungsverträgen zahlen oder über entsprechendes Vermögen (einschließlich Immobilienvermögen) verfügen, das eine Basisabsicherung sicherstellen kann".

Für alle anderen gilt die Altersvosorgepflicht, das heißt (wenn man das Eckpunktepapier Wort für Wort liest) für:

  • unter 30-jährige (Geburtsdatum ab dem 1.7.1983) Gründer (nach einer Schonfrist, siehe unten) und Selbständige
  • 30- bis 50-Jährige, die sich erst nach dem 1.7.2013 selbständig machen (nach einer Schonfrist)
  • 30- bis 50-Jährige, die zwar bereits selbständig sind, aber noch nicht "ausreichend" für das Alter vorgesorgt haben



b) Worin besteht die Altersvorsorgepflicht?

"Die Pflicht zur Altersvorsorge gilt bis zur Grenze einer Basisversicherung" heißt es in dem Eckpunktepapier des Arbeitsministeriums. Das heißt: Der Selbständige soll auf jeden Fall so vorsorgen, dass er im Alter keine Basissicherung bzw. Arbeitslosengeld II beantragen muss. Er soll der "Gesellschaft also nicht auf der Tasche liegt". Dies entspricht nach heutigen Preisen einer monatlichen Mindestrente von ca. 660 Euro pro Monat. (Zum Vergleich: Wer als Angestellter einschließlich Ausbildungszeiten und Zeiten der Arbeitslosigkeit 40 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll künftig mindestens 850 Euro erhalten, also 190 Euro mehr.)

Die Höhe der hierzu nötigen Beiträge beläuft sich nach Angaben der Regierung auf 250 bis 300 Euro pro Monat – allerdings bei 45 Versicherungsjahren, wenn man also im Alter von 22 anfängt und durchgängig bis 67 einzahlt. Wer erst später startet ohne schon Reserven aufgebaut zu haben, muss wahrscheinlich ein Vielfaches pro Monat zurücklegen, um das selbe Ziel zu erreichen.

Aber nicht nur die Höhe der Ersparnisse, sondern auch die Anlageform wird vorgeschrieben. Die Altersvorsorge darf "nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar" sein, vor allem aber muss sie im Alter "als Rente ausgezahlt werden".

Diese Bedingungen gelten zum Beispiel für die Rürup- bzw. Basisrente (nicht zu verwechseln mit der Riester-Rente!), die viele Selbständige aufgrund der damit verbundenen Steuervorteile und der hohen Flexibilität jetzt schon wählen. Eine zentrale Frage wird sein, welche anderen Anlagealternativen unter diese Definition fallen.

Wird man gezwungen, Versicherungen mit ihren typischerweise hohen Provisionsbelastungen abzuschließen? Oder wird es auch möglich sein, die eigenen Ersparnisse in einem speziellen, nur für die Altersvorsorge bestimmten und ansonsten nicht zugänglichen Investmentkonto selbst zu verwalten?

Vermutlich wird der Gesetzgeber seine Definition noch präzisieren und ergänzen, dass es sich um eine lebenslange Rente handeln muss. Ein Investmentkonto mit  Auszahlplan käme dann möglicherweise nicht in Frage, weil dieser im fortgeschrittenen Alter versiegen kann, wenn alle Anteile verkauft sind. Sehr wohl unter die Definition fallen könnte aber ein Investmentkonto, das im Alter zwingend "verrentet", also in eine Rentenversicherung umgewandelt wird. Ganz ohne Versicherung wird es wohl kaum abgehen. Versicherungs- und Investmentindustrie werden in den nächsten Monaten versuchen, auf die Details der Regelung Einfluß zu nehmen, denn es geht für sie um das Geschäft des Jahrzehnts.


c) Kann ich mit Investmentfonds und speziell auch Aktienfonds vorsorgen?

Hierzu stellen sich die beiden folgenden Fragen:
- Wird es Beschränkungen bezüglich der Höhe des Aktienanteils geben? Ein hoher Aktienanteil ist zwar mit höheren Schwankungsrisiken ("Volatilität") verbunden, verspricht aber langfristig deutlich höhere Renditen und einen besseren Inflationsschutz. Bei Geldanlagen mit niedrigem Aktienanteil müssten die Selbständigen deutlich mehr pro Monat zurücklegen, um die Mindest-Altersvorsorge sicherzustellen.
- Kann das Geld in Investmentfonds angelegt und umgeschichtet werden? Es ist wichtig, dass die Anlage entsprechend der Lebensphase umgeschichtet werden kann, also zum Beispiel mit zunehmendem Alter schwankungsärmer angelegt wird.

Da bei Rürup-Rentenversicherungen die Gelder bereits heute in Form von Investmentfonds angelegt werden können ("fondsgebundene Versicherung") und es hier auch keine  Beschränkungen bezüglich des Aktienanteils gibt, besteht die Hoffnung, dass dies auch beim Altersvorsorgegesetz so gehandhabt werden wird.


d) Flexbilität bei Höhe der Beitragszahlungen notwendig

Grundsätzlich ist es sicherlich sinnvoll, Selbständige zur eigenen Altersvorsorge zu bewegen. Ganz im Gegenteil: Selbständige sollten sehr viel mehr als das künftig vorgeschriebene Minimum sparen, um im Alter in Würde und ohne Sorgen leben zu können.

Allerdings kann das Einkommen von Selbständigen und damit der Spielraum, Rücklagen zu bilden, von Jahr zu Jahr erheblich schwanken und es dauert oft mehrere Jahre, bis ein Gründer sich etabliert hat. In dieser Phase möchte und muss er oft jeden Euro in den Aufbau seines Geschäfts investieren. Deshalb ist eine weitere entscheidende Frage, wie flexibel die Beitragszahlungen sein werden.

Im Extremfall könnte der Gesetzgeber verlagen, eine langfristige Rentenversicherung mit festem monatlichen Beitrag abzuschließen. Der Versicherungsvertreter würde viele tausend Euro Provision erhalten. Der Selbständige aber hätte massive Nachteile, wenn er in einem Jahr seine Beiträge nicht leisten könnte. Viel besser wäre eine Regelung, bei der der Selbständige in guten Jahren mehr, in schlechten Jahren weniger zurücklegen kann.

Im Eckpunktepapier heißt es dazu: "Die besondere Situation von Selbständigen wird durch Möglichkeiten zur flexiblen Beitragszahlung (...) berücksichtigt." Das gibt eine gewisse Hoffnung auf eine sachgerechte Lösung, die den Selbständigen möglichst viele Freiheiten lässt. Bei der Rüruprente ist es bei entsprechender Vertragswahl heute schon möglich, jedes Jahr von Neuem zu entscheiden, ob, wie viel und bei welcher Versicherung man ein- bzw. zuzahlt.

Sicher ist, dass Existenzgründern eine Schonzeit eingeräumt wird, während der sie noch keine Beiträge nachweisen müssen. Wie lange diese Schonfrist dauert ist, ist allerdings noch nicht bekannt, die FAZ spricht von "mehrjährig". Im Eckpunktepapier heißt es dazu: "Beitragsfreiheit in der Existenzgründungsphase (...) Durch Erleichterungen in der Einstiegsphase sollen Unternehmensgründungen nicht gefährdet werden." Wir hoffen, dass der Gesetzgeber diesen Zeitraum ausreichend lange wählt. Ansonsten könnte es passieren, dass Gründer am Ende der Schonfrist ihre ansonsten gut angelaufene Selbständigkeit aufgeben müssen oder ergänzend Arbeitslosengeld II beantragen müssen. Gleiches gilt für bereits längere Zeit Selbständige.


e) Die gesetzlichen Rentenversicherung als Drohmittel

Die schlechteste Form der Altersvorsorge ist nach Meinung vieler Experten die gesetzliche Rentenversicherung. Auch ich neige zu dieser Ansicht, wenn ich meine Einzahlungen in die Rentenversicherung während meiner Angestelltenzeit und den resultierenden Rentenanspruch gegenüberstelle bzw. mit den (mit aller Vorsicht) prognostizierten sehr viel höheren Rentenansprüchen aus privaten Versicherungen vergleiche.

Wer keine ausreichende private Altersvorsorge nachweisen kann, muss künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Da trifft es sich gut, dass die "Deutsche Rentenversicherung Bund" zugleich zentraler "Kompetenz- und Wissensträger" für die neue Altersvorsorgepflicht ist. Vermutlich wird sie das Ganze zentral überwachen.

Was bedeutet das? Wer nicht genügend Geld verdient, um privat vorzusorgen, oder wem es an der finanziellen Disziplin fehlt, wird pflichtweise einen einkommensabhängigen Beitrag (Arbeitgeber- und –nehmerbeitrag, aktuell 19,5 Prozent) in die Rentenversicherung einzahlen. Dieser Beitrag wird tendenziell nicht ausreichen, um eine existenzsichernde Altersvorsorge aufzubauen, weil zu gering und wenig rentabel "angelegt". Von daher sollte jeder Selbständige ein großes Interesse haben, eigenverantwortlich eine private Altersvorsorge aufzubauen.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist aber noch in einem weiteren Sinn Drohmittel: Die Alternative zur Altersvorsorgepflicht könnte nämlich eine generelle Zwangsmitgliedschaft der Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung sein. Das fordern die Linke und Gewerkschaften.


f) Was geschieht mit den Selbständigen, die bisher schon Pflichtmitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sind?

Schon jetzt sind etwa 260.000 Selbständige Pflichtmitglieder in der Rentenversicherung:

- Der größte Teil davon sind Handwerker (mit Eintrag in die Handwerksrolle). Sie sind die ersten 18 Jahre nach der Gründung versicherungspflichtig.
- Selbständig tätige Lehrer und Erzieher, die keine versicherungspflichtigen Mitarbeiter haben sowie Seelotsen und Küstenschiffer fallen ebenfalls unter diese Regelung, allerdings ohne zeitliche Befristung.
- Eine weitere große Gruppe wären die Künstler und Publizisten. Als Pflichtmitglieder der Künstlersozialkasse sind sie von der Altersvorsorgepflicht jedoch ausgenommen (siehe oben).

Paradoxerweise sorgt die Vorsorgepflicht für die anderen, bisher nicht betroffenen Selbständigen, zu Erleichterungen für Handwerker, Lehrer und Erzieher. Diesen Berufsgruppen galt bisher die ganz besondere staatliche Fürsorge, weil man ihnen offensichtlich nicht "zutraute", selbst ausreichend für das Alter vorzusorgen. Jetzt, wo man diese Fürsorge allen Selbständigen angedeihen lässt, müssen sie gleich behandelt werden.

In den Worten des Eckpunktepapiers: "Im Gegenzug zur Einführung einer generellen Altersvorsorgepflicht werden bisherige Versicherungspflichtregelungen für Selbständige in der gesetzlichen Rentenversicherung abgeschafft (insbesondere die Handwerkerpflichtversicherung).


g) Kommt auch noch die Pflicht-Berufsunfähigkeitsversicherung und die Pflicht-Pflegezusatzversicherung?

Als ob das alles nicht schon genug kosten würde, sind weitere Versicherungspflichten für Selbständige im Gespräch. Konkret geht es um eine verpflichtende Absicherung gegen Erwerbsminderung. Kostenpunkt: Ca. 100 Euro pro Monat. Dies ist in der Koalition allerdings noch umstritten – die FDP ist dagegen.

Da die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen, um die tatsächlichen Kosten im Pflegefall zu decken, sollte eigentlich jeder darüber hinaus auch eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Dies geschieht heute noch so selten, dass der Gesetzgeber eine Art Pflegeriester erwägt, also verstärkte Anreize, um hier selbst vorzusorgen. Dies betrifft jedoch nicht nur Selbständige.


h) Ein erstes Fazit

Wer als Selbständiger ordentlich verdient, wird mit dem neuen Recht kein Problem haben, zumindest nicht in finanzieller Hinsicht. Im Vergleich zu einer Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung ist sie das kleinere Übel. Für das Alter vorzusorgen ist sinnvoll. Es ist auch sinnvoll, mit einer privaten Rentenversicherung, die bis ans Lebensende zahlt, eine gewisse Grundabsicherung vorzunehmen. Vielen 30- bis 50-Jährigen wird die Neuregelung einen zusätzlichen Anstoß geben, sich endlich um das Thema Altersvorsorge zu kümmern.

Wer auch noch mehrere Jahre nach der Gründung wenig verdient, für den jedoch könnte die Altersvorsorgepflicht das Ende der Selbständigkeit bedeuten oder die Notwendigkeit, ergänzend Arbeitslosengeld II zu beantragen. Das gleiche gilt für Selbständige, die sich den 50 nähern und bisher wenig oder nichts für ihre Altersvorsorge getan haben.

Die Eintrittsbarriere, die man überwinden muss, um sich hauptberuflich selbständig betätigen zu können, würde noch höher als ohnehin schon. Im Gegensatz zu Angestellten müssen Selbständige Arbeitgeber- und nehmeranteil selbst bezahlen und bei Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung gilt zudem ein relativ hoher Mindestbeitrag. Was die Regierung beim Mindestlohn fürchtet, würde sie beim Selbständigen selbst vorantreiben.

Ob das Gesetz wirklich Altersarmut verhindert oder nur – wie viele Stimmen sagen – ein gewaltiges Geschenk der Regierung an die Versicherungsindustrie ist – das wird sich in den Detailregelungen zeigen, darin welche Anlageformen zugelassen werden und wie flexibel und praxisnah das Ganze gehandhabt wird.


i) Mündige Bürger ade?

Neben den beschriebenen wirtschaftlichen Bedenken gibt es einen zweiten Aspekt, der mich an dem Vorhaben zweifeln lässt. Es ist fraglich, ob die fürsorglichen Absichten der Regierung die damit verbundene Einschränkung bürgerlicher Freiheiten rechtfertigt oder ob hier ein unverhältnismäßiger bürokratischer Aufwand getrieben wird.

Was man nicht vergessen darf: Es geht hier um um private Ersparnisse, über die man bisher als selbständiger Bürger frei verfügen konnte. Künftig muss man seine Ersparnisse und Geldanlagen der Rentenversicherung quasi zur Prüfung vorlegen. Die Website "Wallstreet online" (http://bit.ly/HxFASV) schreibt in diesem Zusammenhang, die konservativ-liberale Regierung gehe "immer mehr in Richtung Planwirtschaft". Zwang trete "an die Stelle von klugen wirtschaftlichen Anreize". Den Politikern möchte man da ins Stammbuch schreiben: "Schließlich trägt der Mittelstand das Land und nicht die Parteien".

Die Eingrenzung von Freiheitsrechten muss sorgfältig abgewogen werden. Die FAZ hat deshalb beim Arbeitsministerium nachgefragt, ob es denn aussagekräftige Studien gäbe, die zeigen wie groß das Problem mangelnder Altersvorsorge unter Selbständigen denn ist. Die Antwort: „Wesentliches Kennzeichen der Situation ist es, dass über die Vorsorgesituation Selbständiger und damit über die zukünftige Versorgung Selbständiger im Alter nur wenig wirklich Belastbares vorliegt.“ Die FAZ (http://bit.ly/H7GIAk) interpretiert dies so: "Obwohl es kein Indiz für einen politischen Handlungsbedarf gibt, schlagen wir schon einmal zu. Denn es sei schwer zu ertragen, dass 'Selbständigen in Deutschland weitgehend frei gestellt ist, ob und wie sie für das Alter vorsorgen'."

Befürworter und Kritiker zitieren die eine Studie des renommierten Altersforschungsinstituts MEA (ein Max-Planck-Institut), allerdings mit völlig entgegengesetzten Interpretationen: Laut Befürwortern zeigt die Studie, dass mehr als zehn Prozent der Haushalte, deren Hauptverdiener hauptberuflich selbständig ist, aktuell noch über keine Altersvorsorge verfügen, die eine höhere Rente als die Grunsicherung garantiert. Andererseits, so die Kritiker, komme die Studie letztlich zu der Schlußfolgerung, dass kein „generelles Schutzbedürfnis von Selbständigen“ vorliegt, welches eine Vorsorgepflicht rechtfertigen würde.

Ob unverhältnismäßig oder nicht: Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass die Altersvorsorgepflicht im Sommer 2013 kommen wird. Wenn Sie schon jetzt etwas tun, sich zumindest unabhängig informieren wollen, dann melden Sie sich jetzt für eines unsererer Vorsorgeseminare an. Sie erfahren, ob Sie von der Reform betroffen sind, in welchem Maße Sie noch vorsorgen müssen und welche Instrumente dafür in Frage kommen.

www.gruendungszuschuss.de/vorsorge_ws

Verfasst von Andreas Lutz am 30.03.2012 16:27
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=15&showblog=3200

Kommentare

Wann wird diese ehrenwerte Frau von der Leyen ENDLICH abgeschafft?
Anscheinend arbeitet sie unter anderem mit diesem Blödsinn, und der Sabotage des anerkannt wirksamsten Mittels, der Gründungsförderung, zielstrebig darauf hin, daß kein Selbständiger mehr die Zeit und Kapazitäten erhält oder behalten darf, um sein Geschäft gesund und in Ruhe wachsen zu lassen. Zukünftig wird wohl jeder, der sich selbständig machen will, erstmal seine Existenz und Freiheit an die Banken verkaufen müssen, um dann im Falle eines (dann wahrscheinlicheren) Scheiterns nicht nur seine Selbständigkeit wieder aufgeben, sondern dauerhaft auf der Straße leben zu müssen.

Es gibt mittlerweile schon so viele Politiker, die durch Hetzkampagnen zu Fall gebracht wurden - bei von der Leyen sollte das zwar nicht nötig sein, da sie selbst sich als so untragbar erweist, aber es würde die Sache positiv beschleunigen helfen!

Kopfschüttelnde Grüße
Ein Selbständiger, der kurz vor der Entscheidung zur Auswanderung steht und die mittelfristig geplante Schaffung von Arbeitsplätzen dann anderswo leisten wird - und zwar in einem Land, das aus den Fehlern anderer, wie Planwirtschaft und Überregulierung, gelernt hat, ohne sie selbst zu begehen - erst recht nicht zum wiederholten Mal!

Verfasst von Stephan am 30.03.2012 17:16


Na Herzlichen Glückwunsch Frau von der Leyen. Die Idee ist sicherlich im Grundgedanke gut. Aber sie stellt gerade für junge, Existenzgründer eine unüberwindbare Belastung da. Sollen wirklich alle in die Superduper Welt der abhängigen Beschäftigung gedrängt werden?
Das kann nicht gutgehen, es gibt nicht genug Arbeitsplätze für abhängig Beschäftigte und den Fachkräftemangel gibt es derzeit höchstens in den Köpfen der Leute, die an billigen Fachkräften interessiert sind.
Und dazu kommt, dass die finanzielle Belastung durch die Zwangsvorsorge zu den Beiträgen für Berufsgenossenschaft, Krankenkasse, Handwerkskammer, Industrie- & Handelskammer, GEZ noch dazu kommt. Hauptsache es wird weiter abkassiert kräftig ;)

Verfasst von Christoph am 30.03.2012 22:30


Auch eine Art, seine "Nicht-Links-Wähler" zu vertreiben - und wenn nicht nach links, wohin wohl dann?

Die frühere Form der Rente für Angestellte wurde irgendwann für den Staat interessant - als zusätzliche Steuerquelle. Was bleibt für die Rentner - na eben das was der Staat ihnen gnädig übrigläßt.
Man muß aber auch für später vorsorgen, natürlich auch der Staat. Und nun macht er sich auf die Suche nach neuen zukünftigen Einnahmequellen - und nach den guten Erfahrungen beim Zugriff auf die Renten Wehrloser liegt doch nichts näher, als weitere Wehrlose zu erschaffen. Und wer bietet sich nach der Krise wohl dafür an? Die neuen Selbständigen!
Also "the same procedure as every decade" - erstmal die neu gefundene "Blutgruppe" (wie der Blutsauger es nennen würde) in die Rentenversicherung treiben, dort fesseln und knebeln, und später dann auch dort wieder zusätzliche Einnahmen generieren mit der recycelten Assage "Es muß leider sein!".
Heute unter dem Motto "Die müssen doch auch für ihr Alter vorsorgen", morgen mit dem Motto "Die hätten ja wissen müssen, daß die staatliche Vorsorge nicht reicht, und daher privat zusätzlich vorsorgen müssen" - nur daß man sich, aus der zukünftigen Perspektive betrachtet, die staatliche Vorsorge genauso gut hätte von vornherein schenken können.
"Schenken können"? Aber NUR aus Sicht der "neuen Blutgruppe", jedoch nicht aus Sicht der Vampire - äh des Staates, denn der genießt erstmal das Blutsaugen.
Wehrlose Opfer sind doch sooo was Schönes!

Ach nein... ist ja alles nur für das Wohl der Gemeinschaft und der Selbständigen...

Verfasst von Bald-nicht-mehr-CDU-Wähler am 31.03.2012 09:21


Noch ist genügend Zeit, sich mit dem Gedanken "anzufreunden", (Zwangs)-Beiträge zur Altersvorsorge leisten zu müssen. Es ist wenig ratsam, im nächsten Jahr unter Zeitdruck eine Entscheidung zu treffen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf folgendes hinweisen:

1. Die Gesetzliche Rentenversicherung kann, vor allem für ältere Selbständige, eine überlegenswerte Alternative zu privaten Versicherungen sein. Die Leistungen sind durch die Bindung an die allgemeine Einkommensentwicklung inflationssicher. In diesem Zusammenhang ist die Panikmache in Richtung GRV unangebracht und nicht sachgerecht.
2. Die vom Autor zurecht beklagten, "typischerweise hohen Provisionsbelastungen" bei Privaten Rentenversicherungen, können vermieden werden, wenn z.B. behördlich zugelassene Versicherungsberater/ Rentenberater mit der Anbieterauswahl beauftragt werden.

Verfasst von Holger am 01.04.2012 16:20


Danke schön, Frau von der Leyen. Als alleinerziehende Freiberuflerin versuche ich seit 4,5 Jahren, für meine Tochter und mich ein halbwegs vernünftiges Auskommen zu erwirtschaften. Dies gelingt mehr oder weniger gut - weniger gut, wenn wir gerade mal wieder von einer Krise gebeutelt werden, was den Auftragsfluss dann oftmals zum Versiegen bringt. Dabei müssen dann regelmäßig alle mageren Rücklagen aufgezehrt werden, wobei mir auch noch Steuernachzahlungen im Nacken sitzen, da ich wohl offenbar doch "zu viel" verdient habe.
Wie ich demnächst dagegen anarbeiten soll, weiß ich nicht. Steuern, voller Versicherungsbeitrag plus voller Rentenbeitrag werden dann letztendlich das gesamte Einkommen auffressen. An den mühselig erarbeiteten Urlaub, der zwar dringend notwendig ist, um dem Burnout zu entgehen, wird dann sowieso nichts mehr übrig sein. Und teilweise (bei guter Auftragslage) 12 Stunden täglich ohne Pausen am Wochenende arbeiten, nur um am Ende auf Hartz-IV-Niveau leben zu dürfen? Wohl eher nicht. Ich fülle dann schon mal meinen Antrag aus, was sicherlich sehr zum Wohle des Staates und der Allgemeinheit ist. Denn für den versicherungspflichtigen Arbeitsmarkt bin ich mit 44 Jahren ja bereits "zu alt", als Alleinerziehende und Selbstständige für jeden Arbeitgeber ja sowieso ein rotes Tuch.
Nochmals herzlichen Dank, auch im Namen meiner Tochter, für die "rosige" Zukunft, die Sie uns bescheren, Frau von der Leyen. Aber wenn man selbst wie die Made im Speck lebt, kann man wohl nicht mehr über den Tellerrand hinausblicken.

Verfasst von TheQuibbler am 03.04.2012 09:03


Eine Option wird wohl für den einen oder anderen darin bestehen, ggf. vorhandene Vorräte bis zum Jahreswechsel "aufzugebrauchen" (z.B. als versiegelter Dünger unter einem Baum), das Jahr noch zu nutzen für die Gewinnung von Kunden, die auch langfristig offene Rechnungen zum Wunschtermin zahlen, und wechselweise mal für hohe Stundensätze zu arbeiten und dazwischen wieder unbezahlte Praktika zu absolvieren, während der dann die Allgemeinheit für die Altersvorsorge aufkommt. Da "der Allgemeinheit" ja letztlich auch wieder die später zu erhebenden zweiten, dritten, vierten und fünften Steuern auf diese Altersvorsorge wieder zufallen, stellt diese Konstellation letztlich also nur einen geschlossenen Kreislauf dar...

Ich frage mich immer öfter, ob Frau van der Leyen nicht schon Angebote über einen Beratervertrag von einer bekannten terroristischen Organisation unterbreitet bekommen hat, die irgendwann ebenso effizient operieren will wie diese Frau:
Erst die Sabotage des wirksamsten Arbeitsmarktinstrumentes in diesem Land, dann die Vorbereitung der Selbständigen zur späteren Mehrfach-Besteuerung ihrer Altersvorsorge, und vielleicht als nächstes ein Gesetz zur sortenreinen chemiefreien Trennung des letzten Gramms Elektronikschrott, - das uns in die Zeit vor der Analogelektronik zurückwirft? Wer traut dieser Frau eine solche Idee heutzutage NICHT mehr zu?
Immerhin würde ein solches Gesetz es entbehrlich machen, erst ein paar Jahre auf das Ende des Mittelstandes und der Neugründungen zu warten, - und sofort seine Wirkung entfalten...
Falls Frau v.d.L hier mitliest: DAS WAR NUR EIN SCHERZ! Nicht umsetzen!!! Nein wirklich nicht! Das kann zu Schäden führen! Gesetze sind kein Spielzeug! Begreifen Sie es doch endlich!

Die Einäscherung von ein paar Wolkenkratzern war gestern - heute haben wir Frau von der Leyen!

Verfasst von Stephan 2 am 05.04.2012 13:25


Wer es bisher nicht glauben wollte, woher der Wind weht, hier kann man es nachlesen:
http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/altersvorsorge-in-gefahr-in-deutschland-tickt-die-rentenbombe_aid_736191.html

Verfasst von Stephan am 27.04.2012 16:42


Schön... ich kämpfe als Selbstständiger seit Jahren mit Burnout... Sorgen... und habe schon Mühe, die Steuern zu zahlen...

So geht es ca. 1 MIO Selbstständige zwischen 35 und 50. Einige davon werden dann zur Aufgabe gezwungen und dann ? Dann haben wir 300.000 ALGII Empfänger ? Für mich lohnt sich das Arbeiten dann nicht mehr. Kann mal bitte Jemand die TANTE abschaffen ? Die kennt das Wort "Existenzangst" wohl nicht... genau wie der restliche Haufen. Und wer profitiert von diesem Mist ? Die Versicherer !!!

Verfasst von George am 30.04.2012 23:04


Hallo,
ich bin Freiberufler und in der KSK und wäre erst mal verschont von diesem zweifelhaften Vorhaben. Doch in die KSK kommt nicht jeder so leicht rein, der im Kulturbereich arbeitet. Trotz bester Qualifikationen, Kompetenzen, Engagement und Dauerarbeit leben zudem viele Kulturschaffende und Kreative häufig eh schon am Existenzminimum - und kommen trotzdem über die Runden und liegen dem Staat (jetzt zumindest) nicht auf der Tasche, sondern zahlen Steuern usw. und sorgen über Umwege für Mehrwerte (z.B. fördern das soziale Miteinander) und Einnahmen (z.B. Touristen, die wegen dem Kulturangebot nach Berlin strömen). Die geplante Pflichtabgabe wäre für vieler meiner Kollegen - und für mich - ein Katastrophe. Schon Krankenkasse & Co. hauen genügend rein. Wie das dann mit zusätzlichen krass hohen, einkommensunabhängigen Beiträge noch gehen soll, ist mir schleierhaft.
Da kann man sich eigentlich gleich erschießen - oder es alles einfach sein lassen und damit in Hartz IV, Depression & Co rutschen. Na super. Das wollen sicher alle.

Und dann gibt es ja noch so viele andere Selbständige, die sich irgendwie in anderen Bereich wacker durchschlagen, aber keine Reichtümer anhäufen. Als wenn jeder Selbständige nur Anwalt oder Arzt wäre. Oder man sich einfach mal schnell einen anderen Job oder eine Festanstellung (aus)suchen kann.

Hier eine Petition gegen diese undurchdachte und lebensferne Reformidee:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D23835

Drücken wir die Daumen, dass noch ein paar Menschen mit ein bisschen mehr Sachverstand die Sache entschärfen können!

Verfasst von Sebastian am 07.05.2012 20:44


Ich bin unter 30, habe aber bereits vorgesorgt und das nicht zu knapp. Und da kommen 400 Euro Mehrkosten auf mich zu? Das kann ja nicht sein?

Verfasst von Laura am 13.05.2012 09:36


Ich protestiere gegen die Einschränkungen, die die Reformvorschläge des Arbeitsministeriums enthalten.

Verfasst von Rienäcker, Gerd am 13.05.2012 17:39


Ich finde den Grundgedanken, dass alle - egal ob selbständig oder angestellt - das Kranken- sowie das Rentensystem solidarisch finanzieren gut. Über die Details können wir gerne streiten, aber das Grundprinzip stimmt.

Verfasst von beate am 13.05.2012 23:32

Antwort:

Ja, das klingt gerecht. Das Problem, das ich sehe: Selbständige, die in die gesetzlichen Systeme einzahlen, müssen Arbeitnehmer- und -geberanteil bezahlen. Das sind unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen 42% des Einkommens. Zudem fallen natürlich Einkommensteuer, Gewerbesteuer usw. an.

Der Prozentsatz, der übrig bleibt, ist glaube ich der Grund, warum viele Leser hier von Auswanderung sprechen. Zudem sind die gesetzlichen Systeme ja nicht sicher, sie bieten nur eine Grundversorgung und es ist eine zusätzliche Altersvorsorge in eine private Altersvorsorge nötig.

Das oben skizzierte Gesetzesvorhaben hat immerhin den Vorzug, dass man die Möglichkeit hat, privat für das Alter vorzusorgen. Allerdings entstehen dadurch Kosten, die Selbständige mit niedrigem Einkommen u.U. nicht tragen können. 


save the self employed!

Verfasst von Fallon MacWilliams am 14.05.2012 13:26


So nicht!

Verfasst von Lilly Grote am 14.05.2012 13:46


Ich habe durchaus nichts gegen einen Rentenversicherungspflicht - gerne auch für über Selbstständige über 50. Aber dann doch bitte nur in Abhängigkeit / Relation zum steuerpflichtigen Einkommen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass unsere Politiker "Selbstständigkeit" mit "hohem Einkommen" gleich setzen. Mein Einkommen liegt - nach Abzug von Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Krankenenkassenbeitrag, Pflegeversicherung, Mindestbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung (entrichte ich nämlich bereits freiwillig) auf HartzIV Niveau. Hätte ich nicht in guten Zeiten dafür gesorgt, dass ich heute keine Miete mehr bezahlen muss, würde es sehr schlecht aussehen. Mir stellen sich schon die Nackenhaare hoch, wenn ich den IHK-Beitrag zwangsweise entrichten muss.

Verfasst von Conny am 14.05.2012 16:38


Die Politik soll zuerst die Selbstendigen unterstützen, die Geld für Investition und neue Arbeitplätze brauchen, dann kann sie über Reformen und über Geld rauben an der mensch die nicht hat. Viele Selbstendigen fehlt zuerst den mittel um die richtige Investition machen.
Wie glaubt der Regierung die solche Selbstendigen Zahlen können, das ist Blödsinn!!!!!
Nein nein und noch ein mal NEIN.
Nilo Escolar

Verfasst von Escolar am 14.05.2012 17:43


Alle neueren Zusatzsysteme haben sich - soweit ich weiß - als Abzocke erwiesen. Ich will aber auf etwas anderes hinweisen. In die Künstlersozialkasse kommt man nicht als Anfänger rein. Die Hürden bestehen unter anderem darin, dass man bereits eine mehrjährige Tätigkeit als Selbständiger vorweisen muss. Das ist bei den hundsmiserablen Honoraren, die junge Künstler und Publizisten erhalten, gar nicht machbar. Letztlich wird damit die KSK, die ja auch schon mehrfach dichtgemacht werden sollte, gleich mit ausgetrocknet. Liebe Kollegen Künstler und Publizisten! Hier solltet Ihr Euch aus purem Eigennutz mit engagieren.
Gelb-schwarz sollte abgewählt werden. Rot-grün dann aber nur gewählt werden, wenn sie wenigstens ein Wahlversprechen abgeben. Es ist ein Elend. eigentlich habe ich was Besseres zu tun, als politische Propaganda zu verbreiten.

Verfasst von Christian am 14.05.2012 23:49


Jo, werd vermutlich auch auswandern. Kann einer dafür sorgen, dass die Ehrenwerte die Briefe hier zu lesen bekommt? Auch für mich wäre das der Genickbruch meiner jungen aber bislang hoffnungsvollen Selbständigkeit. Ein Dipl.-Ing weniger in BRD

Verfasst von Politikern die Privilegien entziehen! am 15.05.2012 07:09


Wieder einmal die Selbstständigen. Unsere Regierung hat scheinbar nichts zu tun als immer die zu schröpfen, die am wenigsten haben. IHK Zwangsbeitrag, Krankenversicherung nach fester Pauschale und jetzt noch Rentenversicherungspflicht zum Pauschbeitrag. Wen trifft es, Selbstständige mit geringen Einkommen und dem Kampf ums überleben.

Jeder Selbstständige hat mehr oder weniger sich aus der Arbeitslosigkeit diesen Weg gewählt, weil es A keine Arbeit gibt und B man sich nicht mehr den sinnlosen Represalien des JobCenters stellen wollte, die eh nichts tun als kluge Reden zu schwingen. Um jeden Cent muss man heute kämpfen, seih es bei zahlungsunwilligen Kunden oder um die kunden selbst. Billiger, billiger und noch billiger. Unserer Steuerpolitik ist Schuld. Zuviel Abgaben, die den Kunden zwingen auf nur noch billig zuzugreifen.

Ich denke es ist für uns schon genug Belastung, um noch eine Pauschale hinzunehmen. Einkommenabhängig - Ja - Pauschale - NEIN

Verfasst von Olaf am 15.05.2012 09:19


Sinnvoll schiene mir eine Regelung, die darauf hinausläuft, dass Selbständige ab einem gewissen steuerlichen Mindesteinkommen zur Einzahlung in ein Renten- und Pflegeversicherungssystem herangezogen werden (selbstgewählt, nur alternativ staatlich), und zwar natürlich bis zu einer Obergrenze. Also ein einkommensabhängiges System!

Es ist ja in der Tat moralisch zweifelhaft, wenn jemand sein Leben lang gut verdient und in Saus und Braus gelebt, also nie 'was auf die hohe Kante gelegt' hat, dann aber im Alter staatliche Stütze haben will...

Im Blog oben ist davon die Rede, dass "geringfügig" Verdienende, "also bis 400 Euro verdienende Selbständige" von der Versicherungspflicht ausgenommen werden sollen. Diese Zahl ist natürlich lächerlich! Mensch (man/frau) muss natürlich einem Selbständigen (zumal einem jungen, der vielleicht auch dabei ist, eine Familie aufzubauen...) soviel zum Leben lassen, dass dieser Weg für ihn halbwegs attraktiv ist, er also 'nicht am Bettelstab gehen' muss bzw. überhaupt äußerlich in der Lage ist, seine Selbständigkeit aufrecht zu erhalten. Ich würde aus eigener Erfahrung ein solches Mindesteinkommen (wohlgemerkt: "Mindest-"! D.h.: Bezahlung einer akzeptablen Wohnung und der allernötigsten Rechnungen; ohne Kleiderkäufe, Reparaturen, Ersatzkäufe, Rücklagenbildung etc.) bei etwa 1.250,-- (!!!) ansetzen...

Also: ab 1.250,-- steuerlichem Einkommen Einzahlungspflicht bis zu (um die herumschwirrenden Zahlen zu nehmen) 1.550,-- bis 1.650,?.

Mit hochachtungsvollsten Grüßen und nie versiegender Hoffnung (quia absurdum) an die Fähigkeit auch einer Frau von der Leyen und ihrer (sich selbst beschäftigenden und auf Kosten der Bürger bezahlenden) Bürokratie zu einem Minimum an Sachverstand und Verantwortungsgefühl!

H. Werner alias Berliner Tour Guide (sprich: kleiner Freiberufler, zum Glück schon über 50, d.h. wohl ungeschoren davonkommend...)

PS: Dass ich auf meine 'alten Tage' noch dazu gebracht werde, darüber nachzudenken, FDP zu wählen, wird mich noch im Grabe unruhig zucken lassen...

Verfasst von Hilmar H. Werner am 15.05.2012 11:16


Sinnvoll schiene mir eine Regelung, die darauf hinausläuft, dass Selbständige ab einem gewissen steuerlichen Mindesteinkommen zur Einzahlung in ein Renten- und Pflegeversicherungssystem herangezogen werden (selbstgewählt, nur alternativ staatlich), und zwar natürlich bis zu einer Obergrenze. Also ein einkommensabhängiges System!

Es ist ja in der Tat moralisch zweifelhaft, wenn jemand sein Leben lang gut verdient und in Saus und Braus gelebt, also nie 'was auf die hohe Kante gelegt' hat, dann aber im Alter staatliche Stütze haben will...

Im Blog oben ist davon die Rede, dass "geringfügig" Verdienende, "also bis 400 Euro verdienende Selbständige" von der Versicherungspflicht ausgenommen werden sollen. Diese Zahl ist natürlich lächerlich! Mensch (man/frau) muss natürlich einem Selbständigen (zumal einem jungen, der vielleicht auch dabei ist, eine Familie aufzubauen...) soviel zum Leben lassen, dass dieser Weg für ihn halbwegs attraktiv ist, er also 'nicht am Bettelstab gehen' muss bzw. überhaupt äußerlich in der Lage ist, seine Selbständigkeit aufrecht zu erhalten. Ich würde aus eigener Erfahrung ein solches Mindesteinkommen (wohlgemerkt: "Mindest-"! D.h.: Bezahlung einer akzeptablen Wohnung und der allernötigsten Rechnungen; ohne Kleiderkäufe, Reparaturen, Ersatzkäufe, Rücklagenbildung etc.) bei etwa 1.250,-- (!!!) ansetzen...

Also: ab 1.250,-- steuerlichem Einkommen Einzahlungspflicht bis zu (um die herumschwirrenden Zahlen zu nehmen) 1.550,-- bis 1.650,?.

Mit hochachtungsvollsten Grüßen und nie versiegender Hoffnung (quia absurdum) an die Fähigkeit auch einer Frau von der Leyen und ihrer (sich selbst beschäftigenden und auf Kosten der Bürger bezahlenden) Bürokratie zu einem Minimum an Sachverstand und Verantwortungsgefühl!

H. Werner alias Berliner Tour Guide (sprich: kleiner Freiberufler, zum Glück schon über 50, d.h. wohl ungeschoren davonkommend...)

PS: Dass ich auf meine 'alten Tage' noch dazu gebracht werde, darüber nachzudenken, FDP zu wählen, wird mich noch im Grabe unruhig zucken lassen...

Verfasst von Hilmar H. Werner am 15.05.2012 11:18


Ich frage mich, ob es eine alternative Altersversorgung gibt, so wie es die Solidargemeinschaft Artabana für die Krankenversicherung darstellt.

Wenn sich mehrere Selbstständige zu regionalen Genossenschaften zusammenschließen und gemeinsam eine Pensionskasse aufmachen, müsste das doch eigentlich auch gehen. Sicher nicht einfach, aber ohne das schwarze Provisionsloch.

Nur so eine Idee...

Verfasst von Michael am 15.05.2012 17:56


Viel effektiver als jammern ist trotz allem, aktiv zu werden!

Hier nochmal der Link zur Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=23835

Noch wichtiger ist aber die Weiterverbreitung dieser Info!

Für Facebook-Nutzer:
https://www.facebook.com/events/422487941103583/

Und bitte auch auf Xing, LinkedIn etc. den eigenen Kontakten und in passenden Forenbereichen mitteilen!

Es ist auch wichtig, daß nicht "nur" die erforderlichen 50.000 Mitzeichner erreicht werden, sondern daß darüber hinaus ein starkes Ablehnungspotential erkennbar wird!

Verfasst von Stephan am 15.05.2012 20:00


wie immer, wenn etwas aus dem hause von der leyen kommt, am leben vorbeigeplant: rentenversicherungspflicht gerne, aber doch bitte nicht zum pauschbetrag.

eine anmerkung zu den kommentaren zur künstlersozialversicherung: in die ksk kommt jeder rein, der als selbständiger das kriterium "künstler" bzw. "publizist" erfüllt. diese kriterien sind ziemlich klar definiert. ist man danach künstler oder publizist, muss einen die ksk aufnehmen. denn dann, wir sind in deutschland, besteht versicherungspflicht! die ksk ist also nicht freiwillig.

Verfasst von kommentator am 15.05.2012 22:16


Als ob man nicht genug zu tun hätte!!!

Verfasst von Tural Ismayilov am 16.05.2012 00:09


zu dem Zitat aus dem Artikel oben: "komme die Studie letztlich zu der Schlußfolgerung, dass kein ?generelles Schutzbedürfnis von Selbständigen? vorliegt, welches eine Vorsorgepflicht rechtfertigen würde." kann ich nur sagen: umgekehrt wird ein Schuh draus. Der Staat fragt doch gar nicht nach der Schutzbedürftigkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen (hier: die Selbständigen), sondern der sichert die Schutzbedürftigkeit seines desolaten Haushalts: Es geht nicht darum, dass die Selbständigen im Alter versorgt sind, sondern darum, dass sie den anderen nicht auf der Tasche liegen. Sie dürfen im Erwerbsalter alle Risiken tragen (nicht nur klassische Marktrisiken, sondern auch unklare Gesetze, wie das der Scheinselbständigkeit), arbeiten, bis sie umfallen, denn sie haben keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch, usw. usw. Als Lohn dieses Drucks sollte die Freiheit der eigenen Entscheidungen stehen. Aber nein! Das ist in einem Land wie Deutschland nicht gewollt. Als Bürger hat man immer ganz viele Pflichten als Selbständiger noch mehr, das Finanzamt hat kein Erbarmen, wenn es Geld will, man ist ja schließlich selbständig, da weiß man doch worauf man sich einläßt, da darf einem kein Termin durchrutschen sonst gibt´s gleich Zwangsgeld, aber wenn man Unterstützung braucht, dann ist keiner zuständig (O-Ton meines Beraters bei der Agentur für Arbeit als ich arbeitslos war - nach einer halben Stunde zwangsweiser Erfassung aller meiner Qualifikationen in einem fragwürdigen System, programmiert und entworfen von einer teuren Unternehmensberatung von unseren Steuergeldern): "Tut mir leid, Sie sind überqualifiziert, Ihnen kann ich nicht helfen." Den Aufbau der Selbständigkeit habe ich dann auch alleine geschafft, egal ob ich krank oder gesund war. Ich habe für meine Rente gesorgt und finde das auch sinnvoll. Der Staat hat schon längst den Überblick verloren, die Politiker sowieso, denn sie haben ja keinen Erwerbs- und Existenzkampf.

Verfasst von ak am 16.05.2012 03:41


Ein bedingungsloses Grundeinkommen für Alle und die zunehmenden Existenzängste mit ihren zunehmenden Folgeerkrankungen ist auch für den Staatshaushalt eine wesentlich günstigere Lösung als weitere Jugendarbeitslosigkeit und Krankheiten zu finanzieren, oder?
Hanne , Mutter von zwei selbständig arbeitenden jungen Menschen

Verfasst von Hanne Bauer-Deicke am 16.05.2012 09:34


Hallo - ich berate bzw. betreue heute schon genug junge Gründer u. Selbstständige die versuchen so einen Fuss in das Berufsleben zu bekommen - leider sind sie aufgrund der hohen Pflichtversicherungsbeiträge in der Krankenkasse (Mindestbeiträge wenn die Ich-AG Förderung vorbei ist) schon so verschuldet, dass sie kein Geld mehr zum Leben haben und aufgeben müssen. Wenn da jetzt noch mehr Pauschalbeitrag dazu kommt - bleibt wohl keine Chance mehr sich etwas aufzubauen.
Eine "Kasse" junger Gründer - analog der Künstlersozialkasse oder anderer - wäre wohl ratsam zu initiieren. HIer könnten z.B. die jetzt gezahlten Kranken- und Rentenzuschüsse für ICH-Ag Gründer eingezahlt werden -und dafür alle Gründer einkommensabhängig Beiträge zahlen und versichert sein. -.. auch nur eine Idee .

Verfasst von Katrin am 16.05.2012 09:34

Antwort:

Hinweis: Die Ich-AG gibt es seit Juli 2006 nicht mehr.


Und schon ist der Traum vom selbstständigen Arbeiten vorbei. Es ist eine Schande, dass man es Menschen, so schwer macht. Ich als kreativ Arbeitender, wüsste nicht, woher ich das Geld nehmen sollte. Was tun? Festanstellen lassen oder Auswandern? Schön, wenn man mit Arbeitslosengeld II dann mehr verdienen kann. Dann freuen sich alle, die ohnehin nicht gearbeitet haben...

Verfasst von Anja Kellner am 16.05.2012 10:15


Ich bin dagegen...

Verfasst von Bode Andreas am 16.05.2012 10:37


Ich weiß nicht, wie viele DaZ-Dozenten sich zu Wort gemeldet haben. Für mich steht nun spätestens ab der Einführung der neuen Pflicht die lang geplante Anmeldung beim Jobcenter. Als ALG II-Empfänger lebe ich dann sorgenfreier als jetzt. Und das nach 10 Jahren Erfahrung!
Außerdem habe ich schon lange eine andere Vision: mit meinen zwei Kindern setze ich mich in der Touristenmeile der Dresdner Altstadt mit einem Plakat: HILFE! ICH BIN LEHERIN FÜR DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE. Mein Diplom und Zusatzqualifizierungsnachweise könnte ich für Reisende aus den "dritten" Ländern für ein cooles Foto für ein paar Groschen leihen. Vielleicht reicht es auch für die Rente?
Meine Fresse! Was für eine unglaubliche Arroganz zu behaupten, das moderne Deutschland sei sozial. Zu wem? Zu Langzeitarbeitslosen! Das ist nun das Ziel meiner Karriere. Ich glaube, der Kommunismus ist schon da. Aber pssst, bitte nicht weitersagen!

Verfasst von Maria am 16.05.2012 23:40


Das haben Sie fein gemacht, Frau von der Leyen bzw. Leiden.
Wenn eine Ministerin FÜR Arbeit und Soziales sich wie eine Ministerin GEGEN Arbeit und Soziales verhält, läuft ganz gewaltig was schief.

Auch ich denke zurzeit darüber nach, mein Geschäft ins Ausland zu verlegen, damit es in Ruhe wachsen kann. Traurig, dass mir diese Idee ausgerechnet durch unsere Frau Ministerin "für" Arbeit und Soziales gekommen ist.

Wenn das, was hier passiert, wirklich unsere Politik von heute sein soll, möchte ich nicht wissen, was morgen noch alles auf uns (auf uns alle, nicht nur auf die Selbstständigen) zukommt.
Die Lust, meine Rentenjahre in Deutschland zu verbringen, ist mir sowieso vergangen.

Nochmals die Erinnerung an die E-Petition, am besten gleich unterzeichnen, es braucht nur ein kleines Kreuzchen und dauert keine fünf Minuten:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=23835

DANKE!

P.S. Wo finde ich eigentlich die E-Petition gegen uns Ursula.

Verfasst von LL am 16.05.2012 23:58


...immer mehr Sozi-Methoden, immer mehr Zwang und Repression. Wenn man mal überlegt, was sich in der Bundesrepublik in den letzten 20 Jahren tatsächlich in Richtung Unfreiheit verändert hat, wieviel Vorschriften, Bevormundungen, Einschränkungen und Verbote dazu gekommen sind, ist das meiner Meinung nach, langsam wirklich sehr beunruhigend. Ich hab ganz ehrlich keinerlei Lust auf Kommunismus, Sozialismus usw. und schon gar nicht so durch die Hintertür...

Verfasst von Bernd Schubert am 17.05.2012 02:03


Auch wenn ich mich unbeliebt mache: mir ist das alles viel zu einseitig und zu vereinfachend hier. Gegen "Zwang" gegenüber Selbstständigen? Klingt gut, klingt liberal. Vergessen wird, dass es in jedem Fall einen Zwang der Solidargemeinschaft gibt denen zu helfen, die selbst nicht für ihren Lebensunterhalt aufkommen können. Wenn also die Befürchtung zuträfe, dass in der Zukunft Millionen nicht oder unzureichend versicherte Selbstständige ein Alter erreichen, in dem sie nicht mehr arbeiten können, dann kann und wird die Soildargemeinschaft diese Betroffenen nicht unter einer Brücke verhungern lassen. Da gibt es für die Allgemeinheit in jedem Fall einen Zwang für diese Betroffenen mit ihren eigenen Steuern und sonstigen Abgaben aufzukommen. Was soll jetzt so unvertretbar sein zu sagen, dass die Selbstständigen zwangsweise in die Soildargemeinschaft einzahlen? Entweder ein Selbstständiger verdienst gut, dann werden ihn 400 Euro pro Monat nicht hart treffen. Oder 400 Euro bedrohen (so wie hier mehrheitlich beschrieben) die Existenz des Selbstständigen. Dann hört sich das aber genau wie der typische Fall eines Selbstständigen an, der so wenig umsetzt und verdient, dass er später auf die Solidargemeinschaft angewiesen sein wird.

Verfasst von Bernd am 17.05.2012 06:59


Ich werde im nächsten Monat einen Vortrag vor StudentInnen der sozialen Arbeit halten, die angeregt werden sollen, sich freiberuflich zu betätigen. Im letzten Jahr habe ich das noch positiv-bejahend und euphorisch getan. Wie alle Neugründer im Kreativbereich wissen: die ersten Jahre sind nicht üppig. ... Wie aber allein schon bei der freiwilligen gesetztlichen KV diese dann rasch mal 6.000 Euro nachberechnet, die kalte Steuerprogression bei wenig Mehrverdienst schon ordentlich zuschlägt und wie Nach- und Vorauszahlungen innerhalb von 20 Tagen an USt und EKSt einem Neustarter das Genick berechen können, habe ich selbst erlebt. Mit den Möglichkeiten, die man sich dann aneignet, überlebe ich nun mit wenigen Euro im Monat. Kommt nun auch noch der Rentenzwang, dann ist jede Aufforderung zu Selbständigkeit und Freiberuflichkeit nur noch lächerlich. Wir brauchen Steuerfreiheit (USt/EKSt) für Neugründer bis 50.000 Euro Jahresverdienst in den ersten drei Jahren. Nur so helfen wir allen, die unsere Gesellschaft nach vorn bringen und dies wollen. Angestellte können da nur lachen und weiter in den Sessel pupen. Aber 7 Uhr Zeitung lesen, mal den Kuli bewegen und 15 Uhr schon mal auf die Uhr schauen, ob nicht schon Feierabend ist (der TVöD oder die anderen Tarifwerke sichern monatlich gleichbleibendes Einkommen ...), ... nicht mein Ding. Da treten wir auf der Stellen ... Also zu den Studierenden zurück: Mein Beitrag wird in diesem Jahr leider NEGATIV ausfallen. Was soll ich Leuten zu Perpektiven raten, die sie in den finanziellen Abhängigkeitsruin treiben? Danke für dieses Forum und für alle Beiträge!

Verfasst von Ambrosius am 18.05.2012 08:54


Ich bin Versicherte der KSK und privat Vorsorgende und wäre daher nicht zusätzlich betroffen, betrachte den Vorschlag jedoch auf Grund seiner festen Höhe als sehr problematisch.

Grundsätzlich:
Abgabenverpflichtet sind ja auch ALLE Angestellten, egal ob sie wenig oder viel verdienen - warum also nicht auch die Selbständigen, die am Ende ja dann doch aus der gleichen Staats-Kasse mitversorgt werden?
Ich stehe daher durchaus auf der Seite dieses Kommentars:

"Auch wenn ich mich unbeliebt mache: mir ist das alles viel zu einseitig und zu vereinfachend hier. Gegen "Zwang" gegenüber Selbstständigen? Klingt gut, klingt liberal. Vergessen wird, dass es in jedem Fall einen Zwang der Solidargemeinschaft gibt denen zu helfen, die selbst nicht für ihren Lebensunterhalt aufkommen können. Wenn also die Befürchtung zuträfe, dass in der Zukunft Millionen nicht oder unzureichend versicherte Selbstständige ein Alter erreichen, in dem sie nicht mehr arbeiten können, dann kann und wird die Soildargemeinschaft diese Betroffenen nicht unter einer Brücke verhungern lassen. Da gibt es für die Allgemeinheit in jedem Fall einen Zwang für diese Betroffenen mit ihren eigenen Steuern und sonstigen Abgaben aufzukommen. Was soll jetzt so unvertretbar sein zu sagen, dass die Selbstständigen zwangsweise in die Soildargemeinschaft einzahlen? Entweder ein Selbstständiger verdienst gut, dann werden ihn 400 Euro pro Monat nicht hart treffen. Oder 400 Euro bedrohen (so wie hier mehrheitlich beschrieben) die Existenz des Selbstständigen. Dann hört sich das aber genau wie der typische Fall eines Selbstständigen an, der so wenig umsetzt und verdient, dass er später auf die Solidargemeinschaft angewiesen sein wird.
Verfasst von Bernd am 17.05.2012 06:59"

Ich weiß kein Argument, jemanden aus der sozialen Pflicht der Gemeinschaft zu entbinden, der in Deutschland lebt. Dafür ist das Land zu klein und zu dicht besiedelt, ist jeder von jedem abhängig und auch füreinander verantwortlich. Ob einem das passt oder nicht. Die Bedingungen geben die Umstände einfach vor, wie das Wetter den Regen und den Sonnenschein... Wer das nicht akzeptieren will, muss dann tatsächlich auswandern und ausprobieren, ob es woanders wirklich besser für ihn ist. Ist doch toll, dass das möglich ist - wie viele Menschen auf der Welt haben gar nicht die Wahl ihren Wohnort zu wechseln!!

Dass Selbständige Vieles bedenken müssen, was Angestellte nicht belastet ist ein Anderes Thema, dass sie wie viele andere Menschen oft unterbezahlt sind auch. Das würde aber parallel eher bedeuten einen Mindestlohn festzusetzen und an der gerechteren Verteilung von Gehältern zu arbeiten. Auch scheint mir eine Aufplusterung der Versicherungsinstitutionen und Regeln nicht der richtige Weg diesen Missstand zu beheben - die Grundidee niemanden aus der sozialen Verantwortung zu entbinden allerdings schon.

Man sollte aufpassen, wogegen man sich hier wehrt - Solidargemeinschaft: JA - zu hohe Belastung Einkommensschwacher Menschen: NEIN. Wer schon stark belastet wird, kann sich nicht noch mehr Belastung tragen und reagiert als Erstes mit Abwehr. Das täte ich auch, man muss sich ja schützen. Aber grundsätzlich am Sozialsystem zu sparen, obwohl man davon partizipieren möchte ist absurd und schlägt die Kerbe zwischen den Zahlenden und Nichtzahlenden nur tiefer.
Gering Verdienende dürfen nicht in einem Maße belastet werden, die ihre Existenz bedroht. Solange das Einkommen die Belastungen nicht abdeckt, kann man keine Mindestbeiträge festsetzen. Diesen Vorschlag von Frau v.d.L. halte ich auch für absurd! Gleichzeitig darf man als Regierung aber auch nicht die eingezahlten Rentenbeiträge für zweckfremde Dinge ausgeben und dann klagen, dass kein Geld mehr da ist oder nachlässig in der Überprüfung Besserverdienender sein!!
Das ist wohl eher das Problem, was auch den ehrlich Einzahlenden, der es sich leisten kann wurmt - dass man nicht mehr nachvollziehen kann, woher wieviel der eingezahlten Gelder kommen und wo diese bleiben, warum nichts übrig bleibt, wenn alle arbeiten und warum manche Menschen im Reichtum schwimmen, während Andere kaum über die Runden kommen.
Gerade als jemand, der verdienstmäßig eher in der Mitte der Gesellschaft steht erscheint mir die Kluft zwischen arm und reich immer absurder (wobei ich in Deutschland kaum jemanden als wirklich arm bezeichnen möchte...als wirklich reich schon!!). Daher würde ich mich in diesem Fall auch gegen eine Pauschale aussprechen, obwohl ich eine Beteiligung aller am System für sinnvoll erachte. Eine finanzielle Verantwortungübernahme für die Gemeinschaft muss vorrangig in der reichen Liga gerecht umgesetzt werden, bevor man am unteren Limit die Gemüter gegeneinander aufhetzt! Da ist sowieso nicht genug zu holen, das verpufft doch schon in den Kosten für Frau von der Leyens Ideenstab... Was dort in einem Monat verdient wird verplauder Frau v.d.L. vermutlich in einer Stunde oder Minute... :-/
mit bestem Gruß
Katja

Verfasst von Katja am 18.05.2012 10:17


Sehr schön schwarz eingefärbter Artikel, der darüber hinaus auch noch unzureichend recherchiert ist.
Ein 30 Jähriger, der 300? mtl. in eine Rentenversicherung einzahlt bekommt mit 67Jahren ca 315.000? oder 1400? mtl Rente. Das entspricht einer Rendite von 4,15%. Welcher Investmentsparplan hat das in der Vergangenheit geschafft?
Wenn nach 3 Jahren 6000? Krankenversicherungsbeiträge nachgezahlt werden sollen entspricht einem Umsatz von mehr als 30.000? pro Jahr. Als Unternehmer muss mir klar sein, dass diese Belastungen da sind. Wenn es der Unternehmer nicht weiß, dann sollte er jemandem Vertrauen, der ihn darauf hinweist.
Ich finde die Initiative der Regierung richtig. Leider wird die Ausgestaltung mal wieder zu formalistisch.

Verfasst von Diego am 18.05.2012 10:38


Also, ich komm seit Jahren grad so hin als freischaffende Cellistin und kann nicht noch zusätzlich 400 Euro Fixkosten für die Rente finanzieren.
Warum nur wird immer mehr eingeschränkt etc. UNFREIHEIT pur- wo bleibt das Grundeinkommen, damit man endlich mal durschschnaufen kann und sich um das Wesentliche im Leben kümmern kann.., Musik machen, Kindern Grundbedürfnisse wie Zeit ,Liebe etc. zur Verfügung stellen etc. und Kreativität
Charlotte

Verfasst von Charlotte Lettenbauer am 18.05.2012 13:05


Ich finde es unverschämt,das man als Freiberufler auch noch bestraft wird,obwohl der Alltag oft 12 Stunden und mehr Arbeit beinhaltet. Offenbar ist es dem Staat lieber,als Hartz 4 Empfänger seine Leute in die Rente zu bringen.Diese lachen uns doch am Ende alle aus....Obwohl gerade die Selbstständigen ihre Sozialversicherungen jeden Monat erbringen müssen und nicht unbedingt im Reichtum schwimmen.
Schade,es ist das Land der Faulen und Hartz 4 Empfänger geworden.....

Verfasst von Angela Günther am 18.05.2012 22:36


Wie kann ein Mensch so viel für die Menschheit tun? Für ein kinderfreundlichen Land sorgen und täglich den eigenen 7 Kindern die Sorgen von den Augen ablesen. Für so viel Freude an der Arbeit sorgen, dass immer mehr Arbeitnehmer gleich mehrere Jobs annehmen. Den fürsorglichen Konzernen und der Finanzwirtschaft die Karten zuspielen, damit Wohlstand sich in Deutschland immer stärker ausbreitet. Bei der nächsten Wahl sollten wir für all die guten Taten etwas zurück geben und Frau von der Leyen von ihrer schweren Bürde durch Abwahl befreien.

Verfasst von Helmut am 19.05.2012 18:56


...das kotzt mich an, dass immer wieder die Selbstständigen rangenommen werden.
Wer zahlt denn die Steuereinnahmen, doch wohl nicht die Beamten die Brutto gleich netto haben!
Es gibt sehr viele die den ganzen Scheiß hinhauen wollen!!!!

Verfasst von LBW am 20.05.2012 19:38


Zur KSK:
Leider wird es immer schwieriger, in die KSK aufgenommen zu werden.
Ich kenne viele Künstler, die leider von ihrer Kunst (noch) nicht leben können und zusätzlich in anderen Bereichen arbeiten müssen. Wenn sie da mehr verdienen als in ihren eigentlichen Berufen, und das kann in einem gewissen Zeitraum immer mal vorkommen, haben sie in der KSK keine Chance. Durch die geplante Neuregelung werden sie zusätzlich unter Druck gesetzt.
Grundsätzlich finde ich es jedoch nicht verkehrt, dass auch Selbständige für das Gemeinwohl einen Beitrag leisten sollten, nur ein Festbetrag ist unrealistisch. Diese Idee muss von einer Person stammen, die wohl noch nie selbständig war!

Verfasst von greta am 21.05.2012 23:53


Karenzzeit bei Aufnahme der Selbständigkeit, schön und gut. Und wenn die erste Idee scheitert, man nach ein paar Jahren noch einmal neu anfangen muß? Reicht da nicht schon der KV-Beitrag auf nicht vorhandenes Einkommen?

Wer sich, statt die Hände in den Schoß zu legen, für seine Existenz engagiert, wird von dieser Regierung mit einem negativen Einkommen bestraft, d.h. er wird zum Schuldner, dem die Zwangsvollstreckung seiner KV- (und bald auch seiner Renten-) Beiträge droht. Schulden, die er nicht hätte, würde er sich einfach von der Solidargemeinschaft versorgen lassen.

Verfasst von Rainer am 22.05.2012 07:58


Ja nun die Wahlen sind vorbei und jetzt kann man wieder so richtig loslegen. Sorry, ich bin weder ein Hasser von fremden Ländern, ich bin nicht neidisch auf fremde Menschen, dennoch finde ich es nun recht haarsträubend, dass gerade Deutschland für alles und für jeden aufkommt. Wichtig wäre doch zuerst einmal, so wie andere Länder es mit ihren Bürgern machen, zuerst mal nachzusehen, ob der Bedarf im eigenen Land gedeckt ist. Bei uns hingegen werden wir immer wieder und immer mehr zu Sparmaßnahmen aufgefordert, den Gürtel enger zu schnallen und immer mehr zu arbeiten und am besten das noch umsonst. Sorry, mein Gürtel geht nun wirklich nicht mehr enger, wenn er denn eng genug war, dann kommen die Erhöhungen, seien es Strom, Wasser, Grundsteuer etc. mit der fadenscheinigen Argumentation wir hätten zuviel gespart, die Rohre würden rosten, da ja nun weniger Wasser durchläuft, und somit würden mehr Kosten für Sanierungsmaßnahmen anfallen. Tja und dies ist nicht nur bei Wasser so, sondern bei allem was wir hier tun was wir haben. Aber die Diäten, so habe ich es gestern in den Nachrichten gehört, sollen ja wieder erhöht werden. Sorrrrrrrrrrrry wo bleibt hier die Demokratie?????? Gilt nicht gleiches Recht für ALLE?????????????
Den Selbständigen auch nun noch die Chance zu nehmen, sich in seinem eigenen Land zu etablieren und dieser könnte je nachdem welche Tätigkeit er ausübt als Selbständiger, ja noch Mitarbeiter einstellen, aber nein das will die Regierung doch gar nicht!!!!!!!!!!!! Es ist haarsträubend was ich hier lese und ich bitte alle Politiker und Politikerinnen sich für 4 Monate in verschiedene Berufe einer Selständigkeit zu begeben, mit den Hindernissen und Machenschaften, denen wir ausgesetzt sind und dann bitte ich zu entscheiden. Nicht jeder Mensch ist gleich, jeder auf seine Weise arbeitet an seiner Selbständigkeit, die ihm die Existenz sichern soll und er in Frieden leben kann. WARUM???????? FRAGE ICH MICH DA! Müssen Sie sich als Politiker nur etwas neues einfallen lassen, damit sie wieder gewählt werden???????????????? Sorry, aber in unserem Land zählt es wohl nur noch mit den Ellenbogen zu stoßen. Da kann ich nur sagen" ARMES DEUTSCHLAND!!!""
Ich füge noch hinzu, jeder beschwert sich, doch die wenigsten wehren sich. Wir Bürger sollten mal wieder aufstehen und auf die Straße gehen. Ihr habt Angst? Wovor denn? Jedes andere Land zeigt es uns immer wieder wie es geht. Also sollten wir nicht untätig herumsitzen und uns alles gefallen lassen!!!

Verfasst von Mechem am 22.05.2012 10:13


Als ob wir Selbständigen, nicht schon genug zahlen müssten !!!
Ich bin dagegen !!!

Verfasst von Matthias am 22.05.2012 11:59


Fakt ist leider aber auch daß sich kaum ein Freiberufler um die eigene Rente ernsthaft kümmert. Ich bin selber Freelancer, 42 und spare seit ca. 7 Jahren monatlich 400 Euro an und besitze ein gewisses Aktienvermögen. Allerdings fürchte ich, daß auch das nicht reichen wird.

Aufgrund einer sich ändernder Gesellschaft in der der alte Generationenvertrag so nicht mehr funktionieren wird wie bislang muß sich jeder Einzelne (ja, auch wir Freiberufler) fragen lassen was er denn für die Eigene Absicherung im Alter macht? Nichts zu machen und darauf hoffen, daß mit 67 die Allgemeinheit über deren Steueraufkommen einspringt kann ja wohl nicht die Lösung sein.

Verfasst von Andreas am 22.05.2012 13:59


Selbständige wurden ja auch schon in der DDR ordentlich abgesahnt. So geht es auch heute weiter. Wir sollten uns das nicht weiter bieten lassen!
Die DDR wurde von den Russen herumkommandiert und heute leiden wir unter den wahnwitzigen Vorstellungen einigerer parlamentarischer Damen und Herren in Europa. Was soll denn das, es gibt bis heute noch keinen Staat Europa!!!!!!
verfasst von Christoph 22.05.2012

Verfasst von Bastian, Christoph am 22.05.2012 19:03


Das kann ich ja gaum Glauben. Ich bin zwar nicht mehr unter 30 Jahre aber wenn soetwas auf uns zukommt ist das Arbeiten in meinen Berufszweig kaum noch Möglich. Als Tagesmutter bekommt man ja nun schon alles vorgeschrieben vom Jugendamt somit kann man ja auch nicht mehr als die 5 Kinder nehemen. Dann soll man davon 400? Rente bezahlen da hören doch alle wieder auf. Nein danke nicht mit uns Tagespflegeeltern.

Verfasst von Zepernick M. am 22.05.2012 22:04


ich bin gegen diesen Vorschlag

Verfasst von kussi am 22.05.2012 23:24


Was ist gerecht? Hier das Argument "Selbständige seien Trittbrettfahrer in der Altersvorsorge" umgedreht.
Der "Eckrentner": Ein Durchschnittsverdiener (heute ca. 30 TEUR im Jahr) erwirbt nach 45 Beitragsjahren etwas über 1100 EUR monatliche Rente - würde er heute in Rente gehen. Es fließen dazu eben jene ca. 6 TEUR pro Jahr in die Rentenkasse, die man nun gern auch von den Selbstständigen vereinnahmen möchte.
Der angestellte Geringverdiener: Verdient er beispielsweise 45 Jahre ununterbrochen 1 TEUR netto im Monat, fließen wesentlich weniger Rentenbeiträge in die GRV als er später im Alter an Mindestrente/Grundsicherung ausbezahlt bekommt.
Kein Mensch käme jetzt auf die Idee vom Geringverdiener höhere Abzüge vom Lohn einzufordern, weil er ja später im Alter auf Kosten der anderen leben würde - also unterproportional eingezahlt hat. Oder doch? Was macht man mit den Geringverdienern, welche weniger als 45 Beitragsjahre einzahlen oder noch weniger verdienen?
Ich glaube kaum, dass es eine nennenswerte Anzahl an Selbständigen gibt, die am Ende ihres Arbeitslebens darauf setzen staatlich alimentiert zu werden. Was wären das für "Selbständige"? Und selbst wenn es einige davon gäbe, das derzeitige Rentensystem wird an ganz anderen Dingen zerbrechen.
Vielleicht ist eine Gesellschaft, in der eine immer größere Anzahl Menschen am Ende ihres Lebens für immer längere Zeit Resourcen verbrauchen die andere erwirtschaften müssen, nicht zu verwirklichen.

Verfasst von Armin am 23.05.2012 02:53


Diese Frau hat wohl gar keine Ahnung, was in diesem Land los ist. Ich bin selbständig und weiß, wenn dieser Entwurf zum Gesetzt wird, kann ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. Vielen anderen in meinem Umfeld geht es ebenso.

Verfasst von Ines Hertel am 23.05.2012 14:41


Ich bin überzeugt, daß 75% derere, die sich hier äußern, weniger Steuern bezahlen als der durchschnittliche Angestellte. Da sie sich gleichzeitig vehement gegen Vorsorge wehren, nehmen Sie also billigend in Kauf, im Alter von der Solidargemeinschaft versorgt zu werden. Wer nicht 20 % seiner Einnahmen für die eigene Verantwortung aufbringen kann beziehungsweise dies als Unternehmer fest eingeplant, ignoriert die Realität und handelt unverantwortlich. Schließlich baue ich auch kein Haus, wenn ich daneben mir die Rücklagen und Nebenkosten nicht leisten kann. Von einem Unternehmer sollte man auch unternehmerischen Weitblick, Verantwortung und realistische Planung erwarten erwarten, egal in welcher Form Vorsorge betrieben wird

Verfasst von Bruc am 29.05.2012 06:57


Aktionismus. Das ganze ist nicht lebensnah und m.E. profitiert wieder einaml nur die Versicheurngswirtschaft. Frau v.d. Leyen kann nach Amtsende wie Walter Riester oder Herr Rürup an Vorträgen für die Versicherungswirtschaft verdienen.

Verfasst von Ines am 17.06.2012 13:33


Der Grundgedanke ist gut. Habe viele Jahre mit Unternehmern zusammengearbeitet und die Grauzonen sind einfach zu groß, daher verstehe ich das Fr.U.von der Leyen "Gerechtigkeit" fordert.Machen wir uns nichts vor,viele Selbstständige(meine Erfahrung)interessiert das Thema nicht, sie verlassen sich auf den Staat bzw.die Grundsicherung und gestalten ihre Gehälter so dass sie keine Steuern entrichten müssen.Das Packet ist doch flexibel gestaltet und es sind Schonfristen vorgesehen, die Selbstständigen haben ja die Wahl entweder privat oder gesetzliche Pflicht.Angestellte haben nicht dieses Wahlrecht...und warum sollen wir für die Selbstständigen irgendwann aufkommen die nicht vorsorgen und ihr Geld am Fiscus vorbei schaffen(nicht alle natürlich)...ich zahle in die GRV 19,6%vom Brutto und muss trotzdem vorsorgen also warum nicht auch der Selbstständige..Gerechtigkeit

Verfasst von vukki am 05.07.2012 15:50


Altersvorsorge für Selbständige ist ein wirklich wichtiges!!! und bisher total vernachlässigtes gesellschaftliches Thema.

Frau von der Leyen hat Recht hier muss etwas unternommen werden. Als Berater von Selbständigen habe ich seit nunmehr 30 Jahren Einblick in die Situation damals und heute und ich kann nur sagen es ist katastrophal bestellt um die Versorgung von bestimmten Gruppen von Selbständigen und Freiberuflern die heute im Alter zwischen 30 - 50 Jahre sind.

Ob hier von den Verantwortlichen die das Gesetz auf den Weg bringen tatsächlich die richtigen und in der Praxis umsetzbaren Entscheidungen getroffen werden darf wie so oft bezweifelt werden und Nachbesserungen werden so oder so nicht ausbleiben.

Allerdings weiter auf die Freiwilligkeit der Betroffenen zu setzen wäre unverantwortlich, denn freiwillig tun hier in diesem Land schon lange nur noch die wenigsten Bürger etwas. Ohne Zwang geht gar nichts mehr, l e i d e r kann ich dazu nur sagen, doch es ist so.

Mit Linksdenke oder Sozialismus hat das rein gar nichts zu tun.

Man braucht hier nur mal quer lesen und es keimt einen der Verdacht das einige sogenannte Selbständige glauben heute alle daraus entstehenden Abnehmlichkeiten genießen zu können, Ihr Geld zu verpulvern für was auch immer und später heulend und zähneklappernd der Gemeinschaft auf der Tasche zu liegen wenn sie auf Grund biometrischer Risiken(Alter, Unfall Krankheit)nicht mehr krauchen können. "Ja wo samma denn!" sagt hier der Bayer in mir, dann wandert doch am besten aus wie einer dieser Zeitgenossen hier überlegt, Deutschland weint Euch bestimmt keine Träne nach und ich ganz bestimmt auch nicht.

Die andere Gruppe "Pseudoselbständige" die schon jahrelang herumkrebsen und jetzt jammern 300-400 Euro im Monat für die eigene Alterssicherung zurückzulegen könne sie sich nicht leisten, tut gut daran den Traum jemals wirklich "selbständig" sein zu können ganz schnell aufzugeben und wieder in ein Arbeits- oder Angestelltenverhältnis zu wechseln. Das ist ein gut gemeinter Rat von einem der jetzt fast 30 Jahre Unternehmer ist und heute beträchtliche Rücklagen jedes Monat für die eigene Versorgung im Alter schafft. Natürlich war mir das auch nicht von Anfang an möglich und ich weiß wie schwierig es ist dort hin zu kommen wenn man nicht als "Sohn oder Tochter" geboren wird.
Doch ich weiß auch, dass es unerlässlich ist wenn man nicht als Sozialhilfeempfänger enden will.

Es wäre gut hier nicht gegen eine sinvolle Sache Front zu machen sondern daran mitzuwirken diese so auszugestalten, dass es dadurch möglich wird einen für alle "wirklich Selbständigen" tragbaren und sinvollen Weg zu finden der sich in der Praxis umsetzen lässt.

Ich stehe gerne zur Verfügung meine Erfahrung miteinzubringen.

Verfasst von Dr. Blaubart am 10.07.2012 22:31


An "Dr. Blaubart": Die einzige mir bekannte Berufsgruppe Selbständiger, in der es Vertreter gibt, die in Ihrem Sinne argumentieren, sind Versicherungs-Außendienstler, die sich durch die RV-Pflicht Mehreinnahmen versprechen.

Es ist natürlich legitim, dass Sie deren Interessen wahrnehmen, aber Ihre Erfahrungen erscheinen mir keineswegs repräsentativ oder verallgemeinerbar.
Durch Ihre Tätigkeit haben Sie offensichtlich eine stark selektive Wahrnehmung, durch die Sie von der kleinen Minderheit der Gescheiterten geblendet sind. Ein Arzt, der es täglich mit Schwerkranken zu tun hat, könnte aus der gleichartigen persönlichen Erfahrung schließen, dass alle Menschen schwer krank sind.

Meine persönliche, in anderer Weise selektierte Erfahrung, stimmt mit der Ihrigen in keinster Weise überein. Selbständige, die über ihre Verhältnisse leben, lassen das entweder ganz schnell bleiben oder machen Pleite und werden wieder zu Arbeitnehmern. Diejenigen, die vorsorgen können, tun dies normalerweise weit über das vom Ministerium angedachte Maß hinaus, allerdings nicht in der vom BMAS wie auch Ihnen offensichtlich favorisierten Form der Basisrente.

Da das Gesetzesvorhaben in den seltensten Fällen den Selbständigen nutzt (außer ein paar aus der Finanzbranche) und genauso wenig den Sozialkassen oder der Allgemeinheit, sondern wohl mehr schadet, sind die eigentlichen Motive andernorts zu suchen.
Darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Gibt es Profiteure?
Womöglich haben Finanzdienstleister Lobbyarbeit geleistet;
vielleicht handelt es sich um parteipolitische Taktiererei zwischen CSU und FDP;
vielleicht möchte man Schlimmeres vermeiden, das womöglich bei einer SPD-geführten Regierung befürchtet wird;
vielleicht geht es darum, über die Versicherer Geld für den Kauf weiterer Staatsanleihen einzusammeln;
vielleicht haben sich die Initiatoren von einfachen Stereotypen leiten lassen und wollen jetzt nicht mehr durch einen Kurswechsel das Gesicht verlieren;
vielleicht möchten Einige die kleinen Selbständgen einfach nur "platt machen", aus bornierter Arroganz heraus oder um unliebsame Konkurrenz loszuwerden;
vielleicht ist Freiheit ein Dorn im Auge des Kontrollwahns;
vielleicht ist die Welt nur dann "gerecht", wenn alle von Harz IV leben
vielleicht ist die RV-Pflicht populär oder populistisch im Sinne einer oberflächlichen Neid-Debatte...
Die Liste fragwürdiger oder unsinniger Motive lässt sich nahezu beliebig fortsetzen.

Mit den vorgeschobenen Gründen (Altersabsicherung) hat die RV-Pflicht m.E. aber wenig zu tun.

Verfasst von G am 21.07.2012 14:39


Sie haben sich in Ihrem Artikel mit den "Nicht betroffenen Personen" vollständig vertan:
Sie schreiben, dass Nebenberuflich Selbständige ausgenommen sind.


Das stimmt nicht. Es sind nur nebenberuflich selbstständige ausgeschlossen, die unter 400 Euro
verdienen. Das ergibt sich eindeutig aus der
Pressemitteilung des BMAS hervor:
http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Pressemitteilungen/rentendialog-gesamt-pdf.pdf
"Selbstständige, die erst im im rentennahen Alter eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen (über 58-Jährige) sowie nebenberuflich oder geringfügig bis 400 Euro pro Monat verdienende Selbstständige werden von der Vorsorgepflicht ausgenommen."
Was sie da aufgeschrieben haben sind die Definitionen von nebenberuflicher Selbstständigkeit der Krankenkassen. Die Rentenversicherung kennt so eine Unterscheidung gar nicht.

Verfasst von Andi am 06.08.2012 17:21

Antwort:

"nebenberuflich oder geringfügig bis 400 Euro pro Monat verdienende Selbstständige werden von der Vorsorgepflicht ausgenommen" heißt es in der Pressemitteilung. Mir war zum Thema "nebenberuflich selbständig" in der Tat nur die Definition der Krakenkassen bekannt. 

Ich habe ja die Möglichkeit, im Ministerium direkt nachzufragen, wie dies gemeint ist. Das werde ich tun.


Verständnis für geteilte Meinung
Fast alle Kommentare sind interessant. Vor allem die Frage danach, wem das Ganze nützt, wer davon einen Vorteil hat....
Fakt ist, das Rentenniveau sinkt immer weiter. Fakt ist auch, dass künftig viel mehr Menschen im Rentenalter von Grundsicherung leben müssen als heute. Und wahr ist, dass es vielen Selbständigen nicht wichtig genug ist, Punkt. Frage: Warum mache ich mich selbständig? Weil ich darin die Möglichkeit sehe, Geld zu verdienen, mehr Geld, als ein armer Angestellter. Und wo bitte ist das Problem, ein paar hundert Euro monatlich anzulegen für's Alter??? Wenn das nicht geht, mache ich doch was falsch, oder? Ich bin jedenfalls dafür, diese Pflicht einzuführen, wenn gleich auch etwas maßvoller von den Bedingungen her, aber hier erfolgt sicher Nachbesserung. Beitragszahlen für Existenzgründer von 350-400 Euro Monatsbeitrag sind natürlich Realitätsfremd, weil gar nicht nötig. Es ist keine Utopie, mit 100 Euro Sparbeitrag auf 35 Jahre Laufzeit eine Rente von 500,- ? monatlich zu erzielen - viel Spass dabei in der GRV!

Verfasst von Andreas am 08.08.2012 19:20


@Andreas (am 08.08.2012)
"Und wahr ist, dass es vielen Selbständigen nicht wichtig genug ist, Punkt.": "vielen" ist sehr dehnbar. Hier sind offensichtlich Halbwahrheiten im Umlauf. Bevor bei der Altersvorsorge Selbständiger Handlungsbedarf unterstellt wird, wäre das genauer zu quantifizieren.
Nach dem Alterssicherungsbericht 2008 der Bundesregierung, Tabelle BC.27, ist das so nicht nachvollziehbar. Danach sind 4% der Selbständigen ab 65 Transferempfänger, der gleiche Prozentsatz wie bei Arbeitern und Angestellten (Tabelle BC.25). Es bleibt abzuwarten, was der neue Alterssicherungsbericht 2012 im November aussagen wird.
Es gibt Studien, die nur einen Teil der Altersabsicherung Selbständiger betrachten (indem sie z.B. Vermögen oder gesetzliche Rentenansprüche außer Acht lassen), dies irreführenderweise als die vollständige Altersabsicherung suggerieren und auf diese Weise zu einer mutmaßichen Fehleinschätzung geleiten. Diese Studien über Teilaspekte der Altersabsicherung Selbständiger scheinen durch Fehlinterpretation wohl auch zu der Gesetzesinitiative beigetragen zu haben.
(Sehr viel deutlicher wird Dr. von Hase in akademie.de, ausgiebig durch Fakten untermauert.)

Zu Ihren 500 EUR Rente bei 100 EUR monatlichem Beitrag: Nominal kann das mit etwas Glück oder bei hinreichend hohem Renten-Eintrittsalter klappen. Inflationsbereinigt liegt die Rente aber deutlich niedriger, vielleicht bei der Hälfte oder weniger, je nach Inflationsrate und Rentenbezugsdauer. Um also eine Rente knapp über dem Grundsicherungsniveau zu erzielen, sollte man besser von mindestens 300 EUR Monatsbeitrag ausgehen. Momentan liegt die Garantieverzinsung unter der Inflationsrate, die garantierte Realverzinsung ist also aktuell leicht negativ. Von einer eventuellen Überschussbeteiligung sind zumindest die Abschluss- und Provisionskosten zu subtrahieren.
Es ist also keineswegs offensichtlich, ob bei knapper Kassenlage die 300 EUR besser in das eigene Unternehmen, eine flexible Rücklage oder in eine fremdverwaltete Altersvorsorge investiert werden sollten. Eine pauschale Pflicht wird in vielen Fällen die falsche Entscheidung treffen und sich im Endeffekt negativ auf die Vorsorgesituation auswirken.

Dass sich Menschen nur des Geldes wegen selbständig machen, kann ich so pauschal nicht stehen lassen. Es gibt andere wichtige Aspekte: ein wesentliches Motiv ist, Entscheidungen selbst treffen zu können. Dazu gehört auch der Weg zur eigenen Altersvorsorge.

Dass die GRV ohne massive steuerliche Bezuschussung sich in Anbetracht der Demographie spätestens ab 2030 - aller Voraussicht nach - real deutlich negativ verzinsen muss, sollte hinlänglich bekannt sein, das kann also beim aktuellen GRV-Modell m.E. keine Option sein.

Verfasst von G am 03.09.2012 18:30


Unsere Politiker gehen mit den Lobbyisten ins Bett. Das Land geht den Bach runter. :-(

Verfasst von Hendrik am 16.10.2012 20:15


Vor allen ,wo bleibt die Fürsorgepflicht für Harz4 Empfänger?Da zahlt der Staat nichts. Genauso für Aufstocker und Niedriglöhner.Die kriegen bei deren kargen Lohn auch keine richtige Renten. Da ist es egal.Es lebe der Sozialismus.Rechtsanwälte und Ärzte haben ja ihre eigenen Versorgungskassen. Die kriegen satte Renten und ich muß von meinen paar Penunzen die Bonzen mit finanzieren. Deutschland kotzt mich an!

Verfasst von krause am 19.01.2013 20:18


Danke für den guten Artikel. Kannst du vielleicht eine Erweiterung schreiben und auf Anpassungen hinsichtlich Rente in letzter Zeit eingehen. In wie weit hat es auf selbstständige Einluss?

Verfasst von Andreas am 28.05.2014 16:41

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