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Arbeitslosengeld II und Einstiegsgeld
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GEM 2006: Gründerparadies Deutschland – man muss es nur wissen
(gruendungszuschuss.de) Heute wurde in Berlin der Länderbericht Deutschland im Rahmen des Global Entrepreneurship Monitor 2006 (GEM) vorgestellt. Zum neunten Mal wurden Gründungsinteressierte und frischgebackene Selbständige in einer ländervergleichenden Studie befragt. Das Ergebnis: Viel zu wenig Deutsche machen sich selbständig. Dabei sind die Rahmenbedingungen hervorragend, die Förderinfrastruktur die beste in der Welt. Typisch deutsch: Viele Befragte waren sehr pessimistisch bei der Einschätzung der Gründungschancen und ließen sich aus Angst vor einem Scheitern von einer Gründung abhalten. Niergendwo auf der Welt klaffen subjektive Stimmung und objektive, von Experten eingeschätzte Chancen so weit auseinander wie in Deutschland.
Hinter dem GEM steht ein Forschungskonsortium, das inzwischen 150.000 Bürger und 1.300 Experten in 42 Ländern nach einheitlichem Standard zum Thema Gründung und Selbständigkeit befragt. Allein in Deutschland wurden 4.000 Interviews durchgeführt. Autoren des deutschen Länderberichts sind das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Universität Hannover.
Zu wenig Gründer: Der Anteil der Gründer an der Gesamtbevölkerung ist niedriger als in anderen Ländern und 2006 noch einmal zurückgegangen. Deutschland liegt auf Rang 34 der untersuchten 42 Länder. Dies hat u.E. eine einfache Erklärung: Durch den Wegfall der Ich-AG hat die Zahl der geförderten Gründungen von 2005 auf 2006 um rund 50.000 abgenommen. Diese Entwicklung wird sich 2007 noch weiter fortsetzen. Schon bald werden Politiker vermutlich wehklagen, dass es in Deutschland zu wenig Gründungen gebe.
Die Gründer werden im GEM eingeteilt in "Existenzsicherer", "Selbstverwirklicher" und "Kombinierer". In Deutschland gehören vergleichsweise viele Gründer zu der ersten Kategorie, die aus ökonomischer Not, also zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit gründet. Der klassische Unternehmertyp, der nach Unabhängigkeit strebt, eine Geschäftsidee verwirklichen möchte und nach einem hohen Einkommen strebt, ist in Deutschland seltener als in anderen Ländern. Er ist nicht nur in traditionell unternehmerfreundlichen Ländern wir Großbritannien verbreiteter, sondern findet sich zum Beispiel auch in Skandinavien deutlich häufiger als in Deutschland.
Die Förderinfrastruktur ist der Expertenbefragung zufolge hervorragend. Hier landet Deutschland auf dem ersten Platz. Auch in Hinblick auf andere Rahmenbedingungen der Gründung schneidet Deutschland besser ab. Die sehr gute Infrastruktur, der konsequente Schutz des geistigen Eigentums und das breite Angebot an unternehmensbezogenen Dienstleistungen gehören zu den Stärken des Standorts Deutschland.
Download der Studie unter http://doku.iab.de/presse/gem07-download.pdf.
Kommentare
Sehr geehrter Herr Lutz,
ich habe mich per Ich-AG am 09-2004 im Transportwesen selbständig gemacht und meine Förderung läuft nunmehr aus. Ein Konto bei der Kölner Bank habe ich bereits mehr als 10 Jahre. Es wird als Guthabenkonto geführt. Ich habe drei Anläufe gemacht mir einen kleinen Dispo einzuräumen, damit ich anstehende Zahlung über den Monatswechsel bedienen kann. Das Konto wurde so gut wie nie überzogen. Trotzdem wollte man mir keinen Dispo (ich spreche da nicht von 5-10.000 ? sondern von nur 1.500 ? nur dann einräumen, wenn ich Liquiditätsplane und Umsatzpläne darlege. Dieser Aufwand ist mir bei enem Betrag von 1.500? Dispo bei dem jetzigen Privatkonto einfach zuviel. Ich hätte keine regelmäßigen Einnahmen, obwohl ich jeden Monat zum 15. 1000 ? von einer Fa. überwiesen bekomme und ansonsten Einnahmen von ca. ?3.500 habe. Was kann ich Ihrer Meinung nach anstreben, damit ich für meine junge Existenzgründungsphase ( derzeit bald 3 Jahre) mehr finanziellen Spielraum bekomme. Bei dieser bank habe ich einfach das Gefühl nicht ernst genommen zu werden. Sie wollten mir nicht einmal das private Konto in ein Geschäftskonto umwandeln. Mir völlig unverständlich. Wenn ich zu einer anderen Bank gehe -kennt-mich dort keiner und dort habe ich dann auch über 10 Jahre keine Kontoführung gehabt. Die Schufa ist bei mir völlig sauber. Was raten Sie mir?
Antwort:
Ich würde in einem solchen Fall schon über einen Bank-Wechsel nachdenken. Vielleicht scheitert die Umstellung auch daran, dass es in der Bank irgendwelche Vorgaben von oben gibt, die in die Richtung gehen "solches Geschäft wollen wir gar nicht".
Es gehört zum täglichen Geschäft der Berater in unserem Netzwerk, die Bankverbindung zu prüfen, Sie ggf. mit zur alten oder einer neuen Bank zu begleiten und durchzusetzen, dass Sie einen ausreichend großen Dispo erhalten.
Beste Grüße
Andreas Lutz
Alle Angaben ohne Gewähr
Sehr geehrter Herr Moderegger,
laut Aussage des statistischen Bundesamtes haben sich im Jahr 2006 471.000 Menschen selbständig gemacht. Diese ist zwar ein Rückgang um ca. 5 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser hat aber eher mit dem Auslaufen der Ich-AG Förderung und der verbesserten Lage auf dem Arbeitsmarkt und damit der Chance einen gut bezahlten Job im Angestelltenverhältnis aus üben zu können zu tun, als mit der mangelnden Attraktivität der Selbständigkeit
Sind diese Existenzgründer alle leichtgläubig? Sicherlich nicht. Sie haben den Mut, trotz der Miesmacher der Selbständigkeit und der Widrigkeiten, die Sie beschrieben haben, ihren Weg zu gehen. Sicherlich werden Existenzgründer in der Anfangsphase mit entsprechenden Kosten belastet, bei bei entsprechender Vorbereitung lassen sich Kosten mit einplanen.
Ihre Erfahrung mit der Kreditvergabe kann ich nicht teilen. Liegt der Bank ein gutes Konzept vor, ist sie in vielen Fällen bereit, Geldmittel über ein Hausdarlehen oder einen Kfw-Kredit zu vergeben. So wurden z.B. bei der SpkDo nach Aussage eines Mitarbeiters des Gründungs- und Innovationscenters im letzten Jahr knapp die Hälfte aller Anfragen nach Gründungsunterstützung befürwortet. Ich habe zudem die Erfahrung gemacht, dass große Geschäftsbanken wie die Deutsche Bank oder die Dresdner Bank Existenzgründern negativer gegenüberstehen als kleinere Institute wie z.B. Volksbanken oder Sparkassen.
Generell kann man hinter allem und jedem Probleme sehen, aber Entrepreneurship zeichnet gerade dadurch aus, dass man nicht nur 'Schwarz' und 'Weiss' sieht, sondern auch in Grautönen eine Chance und kein Problen sieht.
Was nützt die tolle Förderstruktur, wenn die besonderen Umstände der Existenzgründung bei Behörden und Körperschaften keinerlei Beachtung finden? Orginalzitat eines Essener Finanzamtmitarbeiters: "Nur die Leichtgläubigen machen sich selbständig".
Denen, die von einer Firma Gebühren oder Steuern einziehen können ist es vollkommen egal, ob das Unternehmen existenzgegründet ist oder nicht. IHK; GEMA; Berufsgenossenschaft etc. wollen sofort kassieren, das FA verlangt Vorauszahlungen, ebenso wie die Stadt (Gewerbesteuer). Es ist äußerst schwer bzw. unmöglich, sich der Ansprüche zu erwehren. Dazu wird ein Steuerberater benötigt, der wiederum gerne an den Gründern verdient.
Die Förderstruktur ist für die Förderer wichtiger als für die Geförderten. Ohnehin wollen sich viele Förderer nur, gleich einer Zecke, ihren Anteil an den Fördergeldern sichern. Der langfristige Erfolg der Leichtgläubigen ist oft ohne Bedeutung.
Bei der ach so guten Förderstruktur wird nicht berücksichtigt, daß Unternehmen oft erst nach vier Jahren sich zu festigen beginnen (die Banker wissen das). Der Gründungszuschuss ist ein Tropfen auf den heißen Stein und sehr schnell verbraucht.
Eine kluge Lebensweisheit lautet: "Spare in der Zeit, so hast Du in der Not!" Wer sich so verhalten möchte, um seine Existenz langfristig zu sichern wird noch bestraft, denn es ist nicht möglich für einige Zeit unversteuert Rücklagen zu bilden, um sich gegen Schwankungen abzusichern. Bleibt am Jahresende ein Gewinn, z.B. weil Kosten gespart wurden, gehen 40 bis 50 Prozent an Staat und Kommune. Läuft das nächst Jahr schlecht, ist man auf den Goodwill der Banken angewiesen, die oft genug nein sagen und aus ist der Traum.
Die Zahl der Existenzgründer wird nie steigen, wenn es weiterhin so schwer ist, das notwendige Kapital zu bekommen. Die Banken sind risikoavers und haben oft nicht einmal Lust, das Geld der KfW zu bewilligen, weil ihnen die Provision zu niedrig ist oder sie verknüpfen die Kreditvergabe (inoffiziell) an die Bedingung, daß man z.B. notwendige und nicht notwendige Versicherungen über sie abschließt, die am Markt oft günstiger zu bekommen sind.
Als Existenzgründer kann nur der überleben, der eine Menge Kapital bzw. einen langen Atem hat. Wer aber soviel Kapital hat, braucht keine Förderstruktur.
Antwort:
Hallo Herr Moderegger,
viele Kritikpunkte von Ihnen teile ich, auch wenn ich die Situation insgesamt nicht so pessimistisch sehe. Viele der von uns betreuten Gründer sind hochzufrieden mit der Geschäftsentwicklung, haben relativ problemlos einen Bankkredit bekommen und können Ihre Steuern zahlen (auch wenn das wahrscheinlich niemand mit Begeisterung tut). Ich hoffe mit meiner Website leiste ich einen kleinen Beitrag, trotz Bürokratie schnell und direkt zum Ziel zu kommen.
Beste Grüße
Andreas Lutz, gruendungszuschuss.de
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