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Gründungszuschuss

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DIW warnt vor uebereilter Zusammenlegung von Ich-AG und Ueberbrueckungsgeld


(ueberbrueckungsgeld.de) Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt in seinem jüngsten Wochenbericht (7/2006) vor einer übereilten Zusammenlegung der beiden Existenzgründungsförderungen der Arbeitsagentur: " Bei einer möglichen Zusammenlegung beider Programm besteht die Gefahr, dass ein langfristig erfolgreiches Instrument – das Überbrückungsgeld – mit einem Instrument zusammengelegt wird, dessen langfristige Effekte noch unbestimmt sind. Insofern bedarf es einer sehr gründlichen Abwägung der Vor- und Nachteile einer Neugestaltung."

Ähnlich wie die anderen führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die gemeinsam eine Evaluation der Hatz-Reformen durchgeführt haben, kommt auch das DIW zu dem Schluß, dass sowohl die Ich-AG als auch das Überbrückungsgeld hinsichtlich der Vermeidung einer Rückkehr in die Arbeitslosigkeit als erfolgreich angesehen werden können. Teilnehmer beider Programme haben 16 Monate nach Beginn der Förderung eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, arbeitslos gemeldet zu sein.

Bei der Ich-AG fällt das Ergebnis sogar noch etwas besser aus als beim Überbrückungsgeld. Allerdings wird das Ergebnis dadurch verzerrt, dass die Ich-AG-Gründer nach 16 Monaten noch Förderung erhalten während die Überbrückungsgeld-Gründer zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Monate aus eigener Kraft selbstständig sind. Zudem liegen für das Überbrückungsgeld auch für längere Zeiträume (bis zu 42 Monate nach der Gründung) Ergebnisse vor, die das gute Abschneiden bestätigen. Da die Ich-AG erst vor drei Jahren eingeführt wurde, sind ähnlich fundierte Untersuchungen bei ihr noch nicht möglich.

Es gibt aber noch weitere Gründe für die Warnung vor einer übereilten Zusammenlegung: Die Studie hat ergeben, dass Überbrückungsgeldgründer deutlich mehr Arbeitsplätze schaffen als Ich-AG-Gründer. 90% der Ich-AG-Gründer arbeiteten zum Untersuchungszeitpunkt noch immer als Ein-Personen-Unternehmen. Beim Überbrückungsgeld hatten dagegen bereits 30% der männlichen und 22 % der weiblichen Gründer bereits mindestens einen Mitarbeiter. Knapp fünf Prozent der männlichen Überbrückungsgeldgründer beschäftigten sogar schon sechs oder mehr Mitarbeiter, wobei der Großteil dabei sozialversicherungspflichtige Vollzeitkräfte waren.

Außerdem zeigte die Untersuchung noch einmal, wie unterschiedlich die Zielgruppen von Ich-AG und Überbrückungsgeld hinsichtlich Geschlecht, Vorbildung, Auswahl und beruflicher Vorerfahrung in der Gründungsbranche, Dauer der vorhergehenden Arbeitslosigkeit, Höhe des Startkapitals usw. waren. Einige dieser Faktoren bestimmen wiederum die Erfolgschancen und damit die Nachhaltigkeit der Gründung.

Unsere Meinung: Wir fühlen uns durch diese Studie in unserer Interpretation bestätigt, dass bei der geplanten Zusammenlegung sehr vorsichtig agiert werden sollte, um das seit vielen Jahren erfolgreiche Überbrückungsgeld nicht zu beschädigen, zumal die Zahl der Gründungen auch ohne weitere Gesetzesänderungen bereits stark rückläufig ist – was politisch nicht gewollt sein kann. Aber auch die Ich-AG ist deutlich besser als ihr Ruf. Sie stellt bei der geförderten Zielgruppe ein offenbar sehr effizientes Instrument zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit dar. Vor einer Abschaffung sollte sehr gut überlegt werden, worin denn die Alternative besteht. Ganz allgemein ist zu begrüßen, dass erstmals eine systematische wissenschaftliche Überprüfung der Arbeitsmarktinstrumente stattfindet, in die ja viele Milliarden Euro fließen. Erfreulich ist auch, dass es durch die großangelegte Zusammenarbeit der Forschungsinstitute – trotz geringfügig unterschiedlicher Interpretationen in den Einzelberichten – insgesamt doch zu relativ eindeutigen Politikempfehlungen kommt.

Der 12-seitige Bericht folgt auf die Veröffentlichung eines Zwischenberichts zur Evaluation der Hartz-Reformen, den das DIW gemeinsam mit anderen führenden Wirtschaftsforschungsinstituten erarbeitet hat und der Anfang Februar veröffentlicht wurde. In den nächsten Wochen sind weitere Einzelberichte anderer beteiligter Institute zu erwarten, die jeweils über ihre speziellen Forschungsergebnisse und Schlußfolgerungen berichten werden.

Der Bericht ist für 6 Euro erhältlich unter:

www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/wochenberichte/aktuell/index.jsp

Verfasst von Andreas Lutz am 17.02.2006 10:31
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=2102

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