Blog: News & Tipps

Gründungszuschuss

Wichtige rechtliche Änderungen, Tipps zu Steuer und Sozialversicherung, Ideen für mehr Erfolg vor und nach der Gründung - in unserem News-Blog berichten wir ganz aktuell. 

Gründerbefragung 2008 - Erste Ergebnisse


Haben Sie schon an unserer Gründerbefragung teilgenommen? Sie läuft noch bis Ende dieser Woche (Link s.u.). Wir wollen aber heute schon über erste Ergebnisse berichten. Mehr als 2.750 Gründer und Selbständige haben den Fragebogen bereits ausgefüllt. Im nächsten Newsletter geben wir dann die Gewinner der Amazon-Gutscheine im Wert von 300 Euro bekannt. Wir nehmen dabei eine Frage zur Risikobereitschaft der Selbständigen genauer unter die Lupe.

Ziemlich genau 60% der Teilnehmer waren Männer - und der Frauenanteil von 40% damit für eine Gründerbefragung relativ hoch. 79% der Teilnehmer sind bereits hauptberuflich selbständig. Die restlichen 21% setzen sind nebenberuflich selbständig (8%), haben die Selbständigkeit zwischenzeitlich beendet (7%) oder wollen sich erst noch selbständig machen (6%). Wir haben die Befragung bewusst offen gestaltet, um das in der Studie untersuchte Risikoverhalten in Bezug auf verschiedene Gründertypen und -phasen vergleichen zu können.

Am Anfang stand eine Geschäftsidee

So war es bei 47%. - 16% dagegen haben gegründet, weil sie keine Alternative zur Selbständigkeit sahen. Bei immerhin 37% spielten beide Motive eine Rolle.  66% der bislang Befragten kamen mit einem Startkapital von weniger als 10.000 Euro aus. Weitere 20% investierten bis zu 25.000 Euro, 14% benötigten mehr als 25.000 Euro. 85% der Teilnehmer hat alleine gegründet, 10% gründeten mit einem weiteren Partner, die restlichen 5% wollen sogar in einem größeren Team starten. 17% haben bereits sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter. 95% würden sich noch einmal selbständig machen.

Wie viel arbeiten die Selbständigen?

In Hinblick auf die Arbeitszeit haben wir genauer nachgefragt: Haben alle Selbständigen eine 60-Stunden-Woche? Das trifft für immerhin 28% der Befragten zu. (Die Hälfte davon gibt an, 56-60 Wochenstunden zu arbeiten, die andere Hälfte davon arbeitet sogar 61 Stunden und mehr.) 29% der Teilnehmer schätzt ihre Arbeitszeit auf ungefähr 50 Stunden (46-55), 26% kommen auf die sonst üblichen 40 Stunden (36-45). 16% komme mit 35 Wochenstunden und weniger aus. Es wird interessant sein herauszufinden, mit welchen anderen Faktoren die Arbeitszeit zusammenhängt.

Frage zur Risikobereitschaft unter der Lupe

Der Fragebogen umfasste mehrere Fragen, mit der die Risikobereitschaft der Gründer ermittelt werden sollte. Eine dieser Fragen wollen wir im Folgenden beispielhaft darstellen.

"Stellen Sie sich vor, dass Sie in einer Lotterie 100.000 Euro gewinnen. Direkt nach Erhalt des Gewinns haben Sie die Möglichkeit, das gewonnene Geld im Rahmen einer unternehmerischen Tätigkeit zu investieren. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% erhalten Sie das Doppelte des investierten Geldes zurück, mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% erhalten Sie nur die Hälfte des investierten Geldes zurück. Welchen Teil des Lotteriegewinns würden Sie in das Geschäft investieren?"

Ein gutes Geschäft mit 25% Rendite - aber nur im Mittel der beiden möglichen Ergebnisse. Im einen Fall hätte der Gewinn +100%, im anderen -50% betragen. Da 100.000 Euro eine Menge Geld sind, haben die meisten Teilnehmer deutlich weniger investiert - und damit ihre unterschiedliche Risikobereitschaft zum Ausdruck gebracht. 35% hätten genau 50.000 Euro riskiert und damit im Endeffekt entweder 75.000 oder 150.000 Euro erhalten. Weitere 36% hätten 40.000 Euro und weniger investiert, besonders viele (11%) haben dabei 30.000 Euro angekreuzt, hätten also im Endeffekt entweder 85.000 oder 130.000 Euro erhalten. 28% schließlich hätten 60.000 Euro und mehr investiert, wobei besonders viele den Wert 70.000 Euro (9%) und 100.000 Euro (8%) angekreuzt haben.

Die Verteilung zeigt, dass sich die Teilnehmer ihre Entscheidung gut überlegt und Sicherheit versus Risiko genau abgewogen haben. Im nächsten Schritt werden die Wissenschaftler nun untersuchen, von welchen Faktoren die Entscheidung unter Risiko abhängt und dabei auch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren berücksichtigen.

Im Rahmen einer ersten, noch etwas oberflächlichen Auswertung haben wir die Risikobereitschaft anhand des Durchschnittsbetrags gemessen, den bestimmte Teilgruppen bei obiger Fragestellung angegeben haben.

  • Demnach sind Männer signifikant risikofreudiger als Frauen: Die männlichen Teilnehmer hätten durchschnittlich 50.228 Euro investiert, die Frauen nur 43.090 Euro.
  • Auch das Alter hat einen Einfluss auf die Risikobereitschaft. Die unter 40-Jährigen waren im Mittel bereit, 45.924 Euro zu investieren, die über 40-Jährigen hätten 48.528 Euro investiert. Die Erklärung besteht vermutlich darin, dass mit dem Alter das Vermögen und somit auch die Risikobereitschaft zunimmt.
  • Wenig verwunderlich: Wer vor der Selbständigkeit arbeitslos war, würde etwas weniger investieren (44.832 Euro) als nicht arbeitslose (48.764 Euro).
  • Wer schließlich angegeben hat, nur mit Hilfe von Förderung gründen zu wollen (42.989 Euro) war weniger risikobereit als Selbständige, die sich unabhängig von einer Förderung selbständig machen wollten (49.050 Euro).

Die Differenz der Mittelwerte fällt beim Geschlecht besonders groß aus, Alter und Arbeitslosigkeit sind zwar auch signifikant, aber auf den ersten Blick deutlich weniger ausschlaggebend. Es wird spannend sein, herauszufinden, wie die verschiedenen Faktoren zusammenspielen. Dabei können sich nach unserer Erfahrung überraschende Erkenntnisse ergeben, die den obigen Ergebnissen widersprechen können. Wir werden darüber im weiteren Verlauf der Forschungen berichten!

Noch können Sie an der Gründerbefragung 2008 teilnehmen: www.tim.wi.tum.de/surveys/egp2008b/
Vielen Dank!

Verfasst von Andreas Lutz am 28.04.2008 18:40
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=2516

Kommentare

Hallo,
wenn ich richtig verstanden habe wurde eine im voraus bezahlte Lieferung nicht ausgeführt. Ich würd´s eskalieren -- wichtigste Grundregeln:

o ALLES schriftlich fixieren. Auch Telefongespräche. Und sei es nur als Gedächtnisprotokoll. Ein Telefongespräch mit einem gültigen (nicht verschwägerten, verwandten) Zeugen, das schriftlich zeitnah protokolliert wird und direkt vom Zeugen unterschrieben wird ist fast so gut wie Schriftverkehr. Mündliche Aussagen per Fax bestätigen -- wenn nicht schriftlich widersprochen wird, gilt´s. Alles was rausgeht entweder vorab per Fax wegschicken und in Reinschrift per Post (Brief), oder direkt als Einschreiben mit Rückschein (Einwurfeinschreiben ist auch schon ganz gut).

o Fristen setzen für "Geld oder Ware -- oder Rechtsweg". Nicht zu eng, und nicht zu weit. Als Einzelperson würde ich exakt eine Frist 3 Wochen in der Zukunft setzen. Die Frist ist als Datum zu benennen, nicht als Dauer. Verstreicht der Termin -- siehe nächster Punkt.

o Rechtsbeistand aufsuchen. Eventuell ist der Streitwert unattraktiv für den RA, dann einen anderen suchen. Oder das Geld abschreiben :-( Eine Rechtsschutzversicherung gehört ja eh zum Pflichtprogramm jedes Selbstständigen, zwinker zwinker?

Jetzt ist das Kind im Brunnen -- trotzdem folgende Tips für die Zukunft:

o ebay meiden. Paypal meiden. Diese und ähnliche Plattformen sind für gewerbliche Käufer mMn ungeeignet, es sei denn, man hat Freude am Risiko und an Eskalationsprozessen...muss es doch sein, würd ich ab dem Betrag, den man nicht bereit ist als Lehrgeld wegzustecken, den Treuhandservice nutzen (obwohl der auch etwas löchrig geworden ist). Der Käuferschutz bei ebay und Paypal ist ziemlich in die Schlagzeilen gekommen, siehe Erfahrungsberichte in c't u.a.

o Vorkasse meiden. Als gewerblicher Käufer kann man von einem gewerblichen Verkäufer das Prinzip "Erst die Ware, dann das Geld" anwenden. Das ist allgemein üblich. Zur Not anzahlen. Oder Treuandservice wie schon empfohlen.

o Den Verkäufer nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Preis aussuchen. Lieber etwas mehr bezahlen, dafür eine feste Geschäftsbeziehung aufbauen. Dann sind Krisenfälle (welche auch immer) gaaaanz anders handhabbar, auch für den Verkäufer. Und der vorige Punkt "Vorkasse" erledigt sich nach der ersten Lieferung meist automatisch (es sei denn, man zahlt viel zu spät o.ä.).

Hths! Viel Glück!

Grüße.

Verfasst von Chridstoph Franzen am 29.04.2008 10:58

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