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Gründungszuschuss

Wichtige rechtliche Änderungen, Tipps zu Steuer und Sozialversicherung, Ideen für mehr Erfolg vor und nach der Gründung - in unserem News-Blog berichten wir ganz aktuell. 

Gründercoaching Deutschland: Wie kann man vermeiden, dass der Gründungszuschuss zum Nadelöhr wird? / EU-Mittel in Gefahr


(gruendungszuschuss.de) Die zum 1.11.2011 geplanten Kürzungen beim Gründungszuschuss (wir berichteten) haben weitere, von den Politikern nicht bedachte Konsequenzen für Existenzgründer. Der Gründungszuschuss (GZ) ist nämlich Voraussetzung für ermäßigte Mindestbeiträge zur Sozialversicherung während der Grundförderung sowie für die 90-Prozent-Förderung im Rahmen des Gründercoaching Deutschland (GCD). GZ-geförderte Gründer können in diesem Rahmen bis zu 4.000 Euro Beratung in Anspruch nehmen bei einem Eigenanteil von nur 10 Prozent, also 400 Euro.

Die KfW hat das von ihr vergebene GCD in den letzten Jahren zum zweitwichtigsten Förderinstrument neben dem Gründungszuschuss ausgebaut und möchte die erfolgreiche Beratungsförderung erklärtermaßen weiter ausbauen. Aber: Wenn weniger angehende Selbständige Gründungszuschuss erhalten, haben auch weniger Gründer Zugang zur geförderten Beratung.

Um wieviel Geld geht es? Der Gründungszuschuss beträgt künftig pro Gründer „nur noch“ bis zu 18.000 Euro. Beim Gründercoaching geht es um eine zusätzliche Förderung in Höhe von 3.600 Euro. Die vergünstigten Mindestbeiträge zur Sozialversicherung ersparen GZ-Beziehern mit niedrigem Einkommen rund 100 Euro monatlich, bei künftig sechs Monaten Grundförderung also bis zu 600 Euro.

Wir finden: Wer den Gründungszuschuss nicht erhält, zum Beispiel weil er zu spät im Jahr gründet (wenn das Budget schon verbraucht ist) oder weil er zum Gründungszeitpunkt nicht mehr die dann nötigen fünf Monate Restanspruch auf Arbeitslosengeld I hat, sollte nicht doppelt und dreifach bestraft werden, schon so handelt es sich um eine Ungleichbehandlung mit geförderten Gründern.
Deshalb sollten das Gründercoaching Deutschland und die vergünstigten Mindestbeiträge zur Sozialversicherung künftig nicht mehr an die Vergabe des Gründungszuschusses geknüpft sein, sondern zum Beispiel einfach an die zuvor bestehende Arbeitslosigkeit. Was viele nicht wissen: Beim Arbeitslosengeld II (Alg2) verhält es sich bereits so: Wer sich aus dem Alg2-Bezug heraus selbständig macht und sich den Eigenanteil von 400 Euro leisten kann, erhält das Gründercoaching auch dann, wenn die Arge ihm zuvor das Einstiegsgeld verweigert hat. Neben dem Einstiegsgeld werden auch die „Regelleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts“ (§ 16b SGB II) und „Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen“ (§ 16c SGB II) als Antragsgrundlage akzeptiert.

Künftig ist der Gründungszuschuss wie das Einstiegsgeld eine Ermessensleistung, deshalb sollte analog auch das Alg1 wie das Alg2 als Anspruchsvoraussetzung ausreichen.


Bei den Mikrokrediten, die sich zunehmend zum dritten wichtigen Instrument der Gründungsförderung in Deutschland entwickeln, hat man von vornherein auf eine Verknüpfung mit dem Gründungszuschuss verzichtet. Mikrokredite können auch Teilzeit-Gründer und nicht geförderte Existenzgründer beantragen.

Die Kosten für das Gründercoaching Deutschland trägt übrigens nicht der Bund (dies gilt auch für Mikrokredite). Vielmehr werden diese Förderungen durch Mittel des europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Die Förderungen setzen jedoch eine nationale Kofinanzierung in Höhe von 50 Prozent voraus. Bei der 90-Prozent-Förderung im Rahmen des GCD kommen 10 Prozent „Kofinanzierung“ direkt vom Gründer. Die restlichen 40 Prozent erforderlicher „Kofinanzierung“ hat Deutschland  bisher durch den Gründungszuschuss erfüllt. Wenn durch Kürzungen beim Gründungszuschuss der Eigenanteil nicht mehr erbracht wird, fließt entsprechend weniger Geld von Brüssel nach Deutschland. Nicht Deutschland spart, sondern die EU. Ob man das bei der Gesetzesänderung bedacht hat?

Verfasst von gruendungszuschuss.de-Redaktion am 07.06.2011 12:58
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=3017

Kommentare

Grundsätzlich ist diese Kürzung zu begrüßen. Rein makroökonisch sollten in Zeiten der Hochkonjunktur Kürzungen in der Subventionen, und als nichts anderes sollte das Gründercoaching angesehen werden, unabdingbar. In schwachen Krisenzeiten sollten diese Instrumente aber wieder hochgefahren werden.
Zwar fließen Gelder von der EU nach BRD, aber es geht Ihnen doch hier hoffentlich nicht nur nach Mittelflüsse, oder?

Verfasst von Vandreike am 13.08.2011 15:33


Ein wichtiger Aspekt, der von den politischen Entscheidungsträgern offensichtlich nicht bedacht wurde.

Verfasst von Reku am 09.06.2011 04:25

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