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Gründungszuschuss

Wichtige rechtliche Änderungen, Tipps zu Steuer und Sozialversicherung, Ideen für mehr Erfolg vor und nach der Gründung - in unserem News-Blog berichten wir ganz aktuell. 

Gründungszuschuss-Kürzungen: „Kaum nachvollziehbarer Reformfehler“


(gruendungszuschuss.de) Bis zu der Gesetzesreform, die am 28. Dezember in Kraft trat, war der Gründungszuschuss das effektivste Instrument gegen Arbeitslosigkeit und eine unverzichtbare Starthilfe für Selbständige. Dass Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) folglich einen Fehler gemacht habe mit der drastischen Kürzung des Förderinstruments, darüber sind sich Wissenschaftler, Selbständige und sogar das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einig.

Experten protestieren einmal mehr in Interviews (Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung) gegen die Kürzungen des Gründungszuschusses und widerlegen in einer Studie die Argumente, mit denen Ministerin von der Leyen die Kürzungen letztes Jahr begründet hat. Zudem befürchten sie, dass künftig nur noch weniger aussichtsreiche Gründungen gefördert werden könnten. „Eine restriktive Fördervergabe könnte die bislang positive Zwischenbilanz deutlich verändern“, warnt das IAB in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Die Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Starthilfe für arbeitslose Existenzgründer in ihrer bisherigen Form großen Erfolg in der Arbeitsmarktpolitik zeigte: Rund 80 Prozent der Arbeitslosen, die von den Arbeitsagenturen mit  Gründungszuschuss gefördert wurden, sind auch eineinhalb Jahre nach der Gründung noch selbständig. Weitere zehn Prozent sind wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt: Insgesamt sind damit mehr als 90 Prozent der ehemals Arbeitslosen wieder in den Arbeitsmarkt integriert. Und noch mehr: Jeder dritte Geförderte ist nach diesem kurzen Zeitraum bereits selbst Arbeitgeber und beschäftigt im Schnitt drei Mitarbeiter (die zwei Vollzeit-Arbeitsplätzen entsprechen).
Die Wissenschaftler belegen zudem, dass die Argumente von der Leyens, die zur Gesetzesänderung führen, schlicht falsch sind: Die Mitnahmeeffekte bei der Förderung, ein Hauptgrund für die Gesetzesänderung, fallen der Studie zufolge weitaus geringer aus als bisher angenommen. Das angebliche Armutsrisiko der geförderten Existenzgründer ist nicht größer als das der restlichen Bevölkerung.

Alexander Kritikos, Forschungsdirektor der Abteilung „Entrepreneurship“ am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), findet „die jüngste restriktive Reform des Gründungszuschusses kaum nachvollziehbar“, wie er in einem Gastbeitrag für Handelsblatt Online schreibt. „Vielmehr müsste es das kurzfristige Ziel der Politik sein, Gründer aus Arbeitslosigkeit in bewährter Form mit Gründungszuschuss zu fördern. Dies wäre ein essentieller Beitrag für ein lebendiges Gründungsgeschehen in der weiteren Zukunft.“ Er glaubt nicht einmal daran, dass mit der Reform Geld gespart wird: „Es ist zu erwarten, dass das Budget der Bundesagentur an anderer Stelle entsprechend steigen wird, insbesondere bei Ausgaben für das Arbeitslosengeld I.“

Die aktuelle IAB-Studie können Sie im Internet nachlesen.
Wie Sie trotz erschwerter Bedingungen den Gründungszuschuss erhalten können, erfahren Sie im Rahmen unserer Antragsberatung. Sprechen Sie möglichst frühzeitig mit uns, am besten noch vor dem ersten Gespräch mit der Arbeitsagentur, damit Sie von Anfang an die Weichen richtig stellen können. Vor allem aber: Lassen Sie sich von Aussagen der Arbeitsberater nicht abschrecken. Weitere Infos unter

http://www.gruendungszuschuss.de/businessplan/fachkundige-stellungnahme.html



Verfasst von gruendungszuschuss.de-Redaktion am 15.02.2012 14:25
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=3175

Kommentare

In meinem konkreten Fall bedeutet die neue Regelung über 8.000 Euro weniger Gründungszuschuss. Wenn das meine Chancen mal nicht erheblich verschlechtert. Weiß die Arbeitsministerin nicht, dass ein Existenzgründer in der Regel vor-investieren muss, bevor er Umsatz oder gar Gewinn macht? Geht sie davon aus, dass jeder Geld dafür übrig hat? Das ist wirklich traurig, dass so praxisfremd und kurzsichtig über die Zukunft unseres Landes entschieden wird.

Verfasst von Lapatara am 27.02.2012 21:45

Antwort:

Ich denke Ihre Frage ist rethorisch...

Aber um trotzdem der Frage auf den Grund zu gehen: Ursula von der Leyen ist soweit erkennbar nie selbständig gewesen, aber laut Wikipedia mit dem Medizin-Professor und Unternehmer Heiko von der Leyen (Geschäftsführer der ARTISS GmbH) verheiratet, mit dem sie bekanntermaßen sieben Kinder hat...

Allerdings habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass Unternehmer mit vielen Mitarbeitern oft wenig Verständnis für die Herausforderungen haben, denen Gründern und "kleine" Selbständige sich gegenübersehen.


Goethe - Faust: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mit fehlt der Glaube."

Verfasst von Peter am 24.02.2012 14:53

Antwort:

Wie wäre es mit sachlichen Argumenten? ;)


Es gibt natürlich noch die Variante das die offiziellen Zahlen aus der Statistik über die bisherigen Erfolge des Gründungszuschusses falsch sind, und die Arbeitsministerin bei Ihrer Entscheidung ganz andere Zahlen zur Verfügung hatte.

Verfasst von Peter am 16.02.2012 17:32

Antwort:

Die seit Jahren positiven Studien zu Gründungszuschuss (Überbrückungsgeld, Ich-AG) sind von Wissenschaftlern, die von der Regierung mit der Evaluation, also großflächigen, repräsentativen Befragung der geförderten Gründer über viele Jahre beauftragt wurden.

Sie meinen, diese Wissenschaftler würden offizielle Studien machen und auf deren Basis gegen die Ministerin anschreiben (was ja nicht unbedingt gut für ihre Karriere ist), zugleich aber Geheimstudien anfertigen, die in Wahrheit negativ sind?

Wenn es solche negativen Studien zum Erfolg des GZ gäbe, dann würde sie Frau v.d. Leyen doch sofort aus der Tasche ziehen, meinen Sie nicht? ;)

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