Blog: News & Tipps

Gründungszuschuss

Wichtige rechtliche Änderungen, Tipps zu Steuer und Sozialversicherung, Ideen für mehr Erfolg vor und nach der Gründung - in unserem News-Blog berichten wir ganz aktuell. 

Gründungszuschuss: Vorsicht bei Nebenverdiensten vor der Antragstellung


Als Arbeitslose(r) dürfen Sie "nebenberuflich" selbstständig sein - vorausgesetzt, Ihre wöchentliche Gesamtarbeitszeit bleibt unter der 15-Stundengrenze und Sie rechnen Ihre Einkünfte mit der Arbeitsagentur ab. Kurz bevor Sie den Antrag auf Gründungszuschuss stellen, sollten Sie Ihre Aktivitäten aber nach Möglichkeit auf Taschengeldniveau beschränken: Sonst kann Sie das teuer zu stehen kommen.

Selbstständige Tätigkeiten sind Arbeitslosen nicht erst dann erlaubt, wenn sie offiziell ein Unternehmen gründen oder eine hauptberufliche freiberufliche Tätigkeit aufnehmen: Solange Bezieher von Arbeitslosengeld I insgesamt weniger als 15 Stunden arbeiten, gelten sie grundsätzlich als arbeitslos und dürfen im Nebenberuf durchaus gewerbliche oder freiberufliche Leistungen erbringen.

Auf diese Weise erzielte Gewinne müssen allerdings auf Euro und Cent genau gegenüber der Arbeitsagentur offengelegt werden. Die nach Abzug der Betriebsausgaben verbleibenden Einnahmen, die über den monatlichen Taschengeld-Freibetrag von 165 Euro hinausgehen, werden vom Arbeitslosengeldanspruch abgezogen. So weit, so bekannt.

"Eigenhändige" Leistungskürzung

Was leider weit weniger bekannt ist: Falls Sie in den vier Wochen vor der Gründung Nebenverdienste erzielen, die über dem Freibetrag liegen, verringert sich zugleich Ihr Leistungsanspruch in den folgenden neun Monaten: Angenommen, Ihr Arbeitslosengeld I mindert sich vor der Bewilligung des Gründungszuschusses auch nur einen Monat lang durch einen Nebenverdienst um 200 Euro, so senken Sie damit den Gründungszuschuss ungewollt um insgesamt 9 x 200 Euro = 1.800 Euro!

Grund genug, nebenberufliche Tätigkeiten in den letzten Wochen vor dem offiziellen Unternehmensstart auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Da es in dieser Zeit ohnehin mehr als genug zu tun gibt, dürfte die kurze Unterbrechung den meisten Gründern durchaus willkommen sein.

Auch sonst wichtig: der richtige Zeitpunkt

Interessant ist die Information aber auch noch aus einem anderen Grund: Ungeachtet möglicher Nebenjobs oder selbstständiger Nebentätigkeiten ist es sinnvoll, den Antrag auf Gründungszuschuss nach Möglichkeit dann zu stellen, wenn der ALG-I-Anspruch (noch) möglichst hoch ist: Abweichungen nach oben oder unten sind aus vielerlei Gründen denkbar:

  • Änderung des Familienstandes oder der Kinderzahl (z. B. beim Abschluss einer Ausbildung oder Erreichen eines bestimmten Alters)
  • Änderung der Steuerklasse
  • Wegfall anderer Leistungsansprüche aus der Sozialversicherung

Welcher Zeitpunkt unter Berücksichtigung aller Faktoren optimal ist, kann nur im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Faktoren beurteilt werden. Entscheidungshilfe leisten qualifizierte Gründungsberater, die Sie gleichzeitig bei der Erstellung des Businessplans und der Erteilung der erforderlichen fachkundigen Stellungnahme unterstützen können.

Lektüretipp: Ausführliche Informationen zum Thema nebenberufliche Selbstständigkeit von Arbeitslosen finden Sie im Standardwerk zu "Gründungszuschuss und Einstiegsgeld" von Dr. Andreas Lutz, das kürzlich in zweiter Auflage erschienen ist.

Verfasst von Robert Chromow am 11.04.2008 15:31
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=2504

Kommentare

Hallo zusammen,

ich beziehe ALG I seit 19.11.2009 und habe eine Anspruchsdauer von 360 Tagen. Vorher wurde ich jedoch über eine eintretende Sperrzeit von 3 Monaten wegen Eigenkündigung informiert. Die Sperrzeit ist jedoch schon von 01.08.09 bis 23.10.09 eingetreten. Würde einen Restanspruch von noch 270 Tagen bedeuten. Nun möchte ich gerne meinen Bildungsgutschein einlösen und mich dann evtl. Selbständig machen. Nun meine Fragen: Ist es überhaupt möglich Bildungsgutschein und Gründungszuschuss in Anspruch zu nehmen? Und wann muss ich den Gründungszuschuss spätestens beantragen, um eine dafür notwendige Restanspruchszeit von 3 Monaten einzuhalten?

Ich hoffe sehr, dass mir jemand in dieser Angelegenheit weiterhelfen kann.

Verfasst von Astrid am 15.01.2010 17:48


Hallo Werner Otto,
dafür gibt es ein spezielles Existenzgründerseminar(3 Wochen) welches von der AA getragen wird. Vorraussetzung ist der Bildungsgutschein von der AA.

MfG
Ralf

Verfasst von Ralf am 20.06.2008 22:54


Zur Zeit bin ich nebenberuflich Selbständig und beziehe AlG1(noch bis Feb 09) Ich plane ggf. eine Neugründung im Bereich SAP-Beratung und bin unsicher in bezug auf Haftungsfragen, Unternehmensform, Anrechnung der Nebeneinkünfte (nur die letzten 4 Wochen?) und des Status Freiberuflicher.
Gibt es hierfür eine spezielle Beratung?
Bitte informieren Sie mich auch Ablauf, Kosten und Fördermöglichkeiten
Mit freundlichem Gruß
Werner Otto

Verfasst von Werner Otto am 02.05.2008 10:39


Hallo! Wieder einmal sehr hilfreiche Informationen! Wenn man mal auch so vom AA beraten werden würde.

Diese Regelung mit der Kürzung des Zuschusses war mir nicht gekannt. Ich habe gerade einen Monat Sperrzeit rum, habe auch den Nebenerwerb laufen.

Ich frage mich, ob diese Regelung auch für die Sperrzeit zutrifft, da man ja eh nichts bekommt. In der Sperrzeit kann man ja auch problemlos mehr als 165 ? verdienen (verbindliche Auskunft vom AA).

Weiß hier jemand, wie sich das verhält? Ich brauche beim hiesigen AA gar nicht erst nachfragen! Ich kriege NIE Antworten auf meine Fragen und von Höflichkeit haben die auch noch nichts gehört. Grr!

Wäre super, wenn hier jemand was weiß! Ganz lieben Dank!

Verfasst von christine am 30.04.2008 11:01


Erst einmal vielen Dank für den obigen Hinweis - ich suche nämlich schon seit Wochen nach einer klaren Antwort bezüglich der Konsequenzen, die freiberufliche Arbeit neben der Arbeitslosigkeit haben kann. Bisher hat mir darauf aber leider noch niemand eine klare Aussage erteilt, deshalb ist diese Seite in meinen Augen auch besonders wertvoll!

Jetzt meine Frage: Ich habe vor, eine 2-wöchige Tätigkeit anzunehmen, die mit ca. 900 Euro vergütet wird. Wenn ich den Antrag dann ca. 2 Monate später stelle (und das Gründungsdatum auf ein Datum 3 Monate nach Tätigkeitsabschluß lege), hat das dann immer noch eine negative Auswirkung auf meinen Gründungszuschuß? Und wie/wann kann ich Ausgaben, die während (und durch) meiner freiberuflichen Tätigkeit entstehen, gegenrechenen?

Verfasst von Katja am 28.04.2008 08:04


Ich bin gerade in der Gründungsphase und gleichzeitig in der Sperrzeit von 3 Monaten. Es gibt laut Arbeitsamt auch die Möglichkeit eine "Auszeit" zu nehmen. Man meldet sich bei der Arbeitsagentur ab und kann dann Arbeiten und Geld verdienen. Diese Auszeit darf 6 Wochen nicht überschreiten. Spätestens in der 5. Woche solle man sich wieder anmelden. Es erfolgt dann keine neue Sichtung der Unterlagen. Die Sperrzeit verlängert sich nicht.
Innerhalb dieser Zeit steht man der Agentur nicht zur Verfügung, es erfolgen keine Vermittlungsversuche.

Ich habe vor dies zu machen. Vielleicht hat schon jemand Erfahrungen gesammelt und möchte diese teilen?

Verfasst von lars am 15.04.2008 13:05

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