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Gründungszuschuss

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Neue Studie bestätigt noch einmal: Hohe Erfolgsquoten – geringe Mitnahmeeffekte beim Gründungszuschuss


Eine gestern veröffentlichte gemeinsame Studie des zur Bundesagentur für Arbeit gehörigen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) stellt dem Gründungszuschuss Bestnoten aus und widerspricht der Argumentation von Bundesarbeitsministerin von der Leyen, die die geplanten Kürzungen mit angeblich hohen Mitnahmeeffekten begründet hat.

"Die Politik scheint die Mitnahmeeffekte eher zu überschätzen, während sie zugleich die insgesamt positive Wirkung des Gründungszuschusses unterschätzt", erklärt der erstgenannte Studienautor Prof. Dr. Marco Caliendo (Universität Potsdam). Die Mitnahmeeffekte seien bei diesem Förderprogramm weitaus geringer, als in der politischen Diskussion unterstellt wird.

Zwar geben etwa 47 Prozent der geförderten Gründer rückblickend – also unter dem Eindruck des eigenen Erfolgs – an, dass sie sich auch ohne den Gründungszuschuss selbständig gemacht hätten. Zugleich erklärt aber ein Großteil dieser Personengruppe, der Gründungszuschuss sei stark mitentscheidend für das unternehmerische Überleben in der kritischen Startphase gewesen. Rund 70 Prozent aller Gründer gaben an, dass sie ohne das Instrument das erste halbe Jahr der Selbständigkeit nicht überstanden hätte. Die Förderung durch den Gründungszuschuss hat laut Einschätzung der Gründer wesentlich dazu beigetragen, dass Anfangsinvestitionen getätigt und der eigene sowie der Lebensunterhalt der Familie gesichert werden konnte.

Durch den Gründungszuschuss geförderte Unternehmensgründungen aus der Arbeitslosigkeit sind zudem entgegen oft geäußerter Vermutungen sehr nachhaltig. Caliendo: "19 Monate nach der Existenzgründung sind durchschnittlich 75 bis 84 Prozent der Geförderten noch selbständig tätig. Das ist ein außerordentlich hoher Prozentsatz, der die kritische Anfangsphase der Gründung auch dank der staatlichen Förderung erfolgreich überstanden hat." Weitere 7 bis 12 Prozent waren zum Erhebungszeitpunkt wieder in abhängiger Beschäftigung, so dass die gesamte Arbeitsmarktintegration mit 87 bis 94 Prozent sogar noch positiver ausfällt. Schließlich bedeutet das, dass neun von zehn Arbeitslosen wieder eine Arbeit hatte!

Auch die von von der Leyen geäußerten Bedenken, es entstünden prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind falsch. Vielmehr erzielen die Gründer existenzsichernde Einkommen – die Wissenschaftler sprechen auch hier von einem Erfolg des Gründungszuschusses. So verdienen in Vollzeit arbeitende, weibliche Selbständige durchschnittlich 1.670 Euro netto pro Monat, während männliche Neuunternehmer bei monatlich etwa 2.500 Euro netto liegen. Die Forscher haben diese Einkommen in Relation zu monatlichen Nettoverdiensten vergleichbarer abhängig beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesetzt.

Das Ergebnis: Die Vollzeit-Gründer verdienen im Vergleich deutlich mehr als vergleichbare Angestellte. Bei den Gründerinnen war das nach 19 Monate erzielte Nettoeinkommen unwesentlich geringer als bei vergleichbaren Angestellten. Allerdings ist hier zu ergänzen, dass ein erheblicher Teil der Gründerinnen den Eintritt in oder das Ende der Familienphase als Anlass für den Schritt in die Selbständigkeit nimmt, also häufig weniger Arbeitszeit einsetzen kann. Auch wenn man die Haushaltsgröße berücksichtigt, zeigt sich, dass die erzielten Einkünfte der ehemals geförderten Selbständigen als existenzsichernd angesehen werden können, so die Wissenschaftler.

Für die Studie wurden vorher arbeitslose Existenzgründer intensiv sowohl zum eigenen Unternehmertum als auch zu ihrer Einschätzung des Förderinstruments Gründungszuschuss befragt. Die erhobenen Daten machen deutlich, dass der seit dem Jahr 2006 angebotene Gründungszuschuss die Geförderten nachhaltig in die Selbständigkeit integriert.

Meine Meinung: Der Zeitpunkt der Veröffentlichung lässt erkennen, dass sowohl die wissenschaftliche Community als auch die Bundesagentur für Arbeit die Kürzungspläne der Regierung für überzogen und nicht sachgerecht hält.

Die Studie im Wortlaut: ftp.iza.org/dp6035.pdf

Verfasst von Andreas Lutz am 19.10.2011 16:40
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=3099

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