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Gründungszuschuss

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Studie belegt: Ich-AG und Überbrückungsgeld auch langfristig erfolgreich


Zuerst hochgejubelt, dann runtergeredet, jetzt rehabilitiert: Eine brandneue Studie zeigt, dass Ich-AG-Gründer auch nach fünf Jahren noch erfolgreich sind. Noch besser sind die Ergebnisse derjenigen, die mit Überbrückungsgeld gegründet haben, also dem Vorläufer des heutigen Gründungszuschusses.

Nachdem die Medien vor fünf Jahren (im Jahr 2003) zunächst begeistert einen Boom der Ich-AGs herbei geschrieben hatten, verloren sie bald das Interesse an dieser Förderung und ließen kein gutes Haar mehr an ihr. Die Politik schaffte die Ich-AG Mitte 2006 eilig ab, gerade als erste wissenschaftliche Untersuchungen im Rahmen der „Hartz-Evaluation“ ergaben, dass es sich bei der Ich-AG um ein ausgesprochen effektives arbeitsmarktpolitisches Instrument handelt. Inzwischen sind weitere zweieinhalb Jahre vergangen und erstmals kann der Erfolg der Ich-AG-Gründer auch längerfristig fundiert beurteilt werden.

Hierzu ließen Marco Calliendo und Steffen Künn (beide Institut zur Zukunft der Arbeit - IZA) in Zusammenarbeit mit Frank Wießner (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – IAB) im Sommer diesen Jahres 2.800 Ich-AG- und Überbrückungsgeld-Gründer befragen, die sich zwischen Juli und September 2003 selbständig gemacht hatten. Dabei betrachteten sie männliche und weibliche Gründer sowie Ost- und Westdeutsche jeweils getrennt.

Dabei stellte sich heraus, dass nach fünf Jahren noch 50-60% der Ich-AG-Gründer und zwischen 53-67% der mit Überbrückungsgeld Geförderten noch in Voll- oder Teilzeit selbständig waren. „Verbleibsquoten zwischen 50% und 70% nach fünf Jahren sind als Erfolg zu werten und wurden von uns so nicht erwartet“, erläutert Marco Calliendo. Gegenüber der letzten Untersuchung (etwa zweieinhalb Jahre nach Gründung) ist es bei den Ich-AG-Gründern zu Rückgängen in der Selbständigenquote von ca. 10-15% gekommen. Ein entsprechender Anteil der Geförderten war also offenbar vom Zuschuss abhängig und hat nach dessen Auslaufen die Selbständigkeit beendet.

Die mit Überbrückungsgeld geförderten Gründungen waren dagegen am Markt bereits nach zweieinhalb Jahren so fest etabliert, dass es zwischen dem dritten und fünften Jahr kaum noch zu einem Rückgang der Selbständigenquote kam.

Ein weiterer positiver Effekt ergibt sich aus den zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätzen: 40% der Überbrückungsgeld- und 20% der Ich-AG-Gründer beschäftigen fünf Jahre nach Gründung mindestens einen Mitarbeiter. Auf ursprünglich 100.000 mit dem Überbrückungsgeld Geförderte entfallen rund 80.000 zusätzlich geschaffene Stellen (Vollzeitäquivalente); für die Ich-AG sind es immerhin noch 16.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Angesichts von mehr als einer Million Geförderter, ist der Multiplikatoreffekt auf dem Arbeitsmarkt also ganz erheblich.

Auch im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von nicht-geförderten Arbeitslosen, die eine neue Stelle suchten, statt zu gründen, schneiden beide Programme sehr gut ab: Die damals Arbeitslosen, die sich für die Gründung entschieden, weisen heute eine deutlich höhere Erwerbsquote auf und erzielen zum Teil deutlich höhere Einkommen. Mit einem Nettoeinkommen von 2.680 Euro monatlich erreichten in Westdeutschland lebende Männer hierbei den höchsten Durchschnittswert und lagen damit über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Einen Einkommensvergleich auf Basis der Studie finden Sie hier.

Angesichts dieser Ergebnisse sehen die Forscher die Abschaffung der Ich-AG bzw. die Zusammenlegung mit dem Überbrückungsgeld zum Gründungszuschuss kritisch. Die Ich-AG sprach eine ganz andere Zielgruppe an als das Überbrückungsgeld und sein Nachfolger, der Gründungszuschuss. Beide Instrumente aber waren in Hinblick auf ihre jeweilige Zielgruppe ausgesprochen erfolgreich. Zitat: „Ähnlich hohe Effekte werden mit anderen Maßnahmen kaum erreicht.“ Insofern ist die Studie nicht nur als vollständige Rehabilitation der Ich-AG zu sehen, sondern auch als Aufforderung an die Politiker, sich über eine Neuauflage der Ich-AG Gedanken zu machen. Angesichts des im Rahmen der aktuellen Rezession drohenden Anstiegs der Arbeitslosenzahlen darf in der Arbeitsmarktpolitik nicht auf nachgewiesenermaßen erfolgreiche Instrumente verzichtet werden.

Vollständige Studie unter http://ftp.iza.org/dp3880.pdf

Verfasst von Andreas Lutz am 16.12.2008 16:01
http://www.gruendungszuschuss.de/?id=52&showblog=2612

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