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Ich-AG und Überbrückungsgeld
Run auf Ich-AG?
(ueberbrueckungsgeld.de) Verschiedene Medien sprechen dieser Tage von einem "Ansturm auf die Ich-AG". Sie beziehen sich dabei auf eine Meldung der "Thüringer Allgemeine". Sie hatte am Donnerstag berichtet, dass im Mai bundesweit 6.794 neue Ich-AGs bewilligt wurden, mehr als in jedem anderen Monat seit Einführung von Hartz IV Anfang 2005. Die Feststellung ist zwar sachlich korrekt, sensationell ist die Zahl allerdings nicht.
In den 15 vorausgegangenen Monaten zwischen Februar 2005 und April 2006 lag die durchschnittliche Zahl der Ich-AG-Gründungen bei 5.744, also nur 15 Prozent unter dem Mai-Wert. Von einem "Ansturm" kann man bei einem solchen Wert sicher noch nicht sprechen. Was ein echter Run ist, war im Dezember 2004 und Januar 2005 in den Fluren der Arbeitsagenturen zu bewundern. Damals fanden innerhalb von nur zwei Monaten 47.121 Ich-AG-Gründungen statt, weil es die letzte Chance für Arbeitslosenhilfe-Empfänger war, die Gründungsförderung zu beantragen. Von überhasteten Gründungen in großer Zahl kann zur Zeit nicht die Rede sein – was ja durchaus positiv ist.
Es spricht momentan vielmehr einiges dafür, dass viele potentielle Ich-AG-Gründer ihre Chance auf die großzügige einkommensunabhängige Ich-AG-Förderung verpassen. Zwar wird es auch weiterhin einen Gründungszuschuss geben, aber Gründer mit einem Arbeitslosengeld I-Anspruch von unter 1.100 Euro werden dabei zum Teil sehr viel schlechter gestellt. Vielleicht ist es das schöne Wetter und die Fußball-WM, die zur Zeit die Gründerlaune im Rahmen hält. Wir sind gespannt auf die vorläufige Zahl der Ich-AG-Gründungen im Juni, die am Donnerstag bekannt gegeben wird.



