Besonders sinnvoll bei großem Auftragsvolumen

Bonitätsauskunft

Eine Leistung erbringen und die Bezahlung dafür erhalten sind zweierlei Dinge.

In meinem Buch "Jetzt sind Sie Unternehmer" beschreibe ich, wie Sie Zahlungsausfälle von vorn herein verhindern können: Durch Selektion der Kunden, Vereinbarung von Anzahlungen, Plausibilitäts-Checks in Bezug auf die Kundendaten, informelle Einrichtung eines internen Kreditlimits, Befragung von gemeinsamen Geschäftspartnern und so weiter.

Wann wird eine Bonitätsauskunft benötigt?

Häufig lässt es sich nicht vermeiden, gegenüber unbekannten Kunden ins Risiko zu gehen – sprich: Leistungen zu erbringen ohne Vorkasse und ohne den Kunden genau zu kennen. Hier kann es sich – inbesondere bei größerem Auftragsvolumen - lohnen, eine Bonitätsauskunft einzuholen. Eine wichtige Zielgruppe sind übrigens auch Vermieter, die Mietinteressenten vorab auf ihre Bonität prüfen, um nicht sogenannten Mietnomaden zum Opfer zu fallen.

Was kosten Bonitätsauskünfte typischerweise?

Zu unterscheiden sind Auskünfte über Firmen und über Privatpersonen/Konsumenten. Letztere beziehen sich auch auf Einzelunternehmer und sind schon für fünf bis zehn Euro erhältlich. Für Firmenauskünfte müssen Sie mindestens mit Kosten von zehn bis 25 Euro rechnen, je nach Anbieter und Qualität der Information können die Preise auch deutlich höher liegen. Wer viele Auskünfte benötigt erhält Mengerabatte.

Welche Kriterien spielen bei der Auswahl eine Rolle?

Der Preis von Bonitätsauskünften unterscheidet sich erheblich von Anbieter zu Anbieter. Große Unterschiede gibt es aber auch in Hinblick auf die Anzahl der Kunden, über die Informationen vorliegen, die Aktualität und damit Verlässlichkeit der Informationen sowie der Detaillierungsgrad der Auskünfte. Einige Anbieter wie Creditreform und Schufa setzen eine Mitgliedschaft mit einigen hundert Euro Jahresbeitrag voraus und verlangen, dass ihre Mitglieder Negativerfahrungen mit Kunden melden, was in Verbindung mit einer großen Mitgliederbasis natürlich erheblich zur Aktualität der Bonitätsauskünfte beiträgt. Die Daten großer Anbieter wie Creditreform können allerdings teilweise aber auch über andere Anbieter abgefragt werden. Tipp: Schauen Sie sich die Musterauskünfte auf den Webseiten der Anbieter an und lassen Sie sich deren Bedeutung gegebenenfalls von einem Berater erklären. Wenn Sie die Bonitätsabfrage zum festen Bestandteil Ihrer Auftragsabwicklung machen und den Prozess so weit als möglich automatisieren wollen, – zum Beispiel als Onlinehändler - kommt es auch auf die verfügbaren Onlineschnittstellen an.

Wer sind für mich relevante Anbieter?

Wir haben – ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die folgenden Anbieter unter die Lupe genommen (Stand: September 2006) und ihre Leistungen für Sie zusammengefasst. Wir haben uns dabei auf Angebote konzentriert, die auch für Kunden mit geringem Anfragevolumen interessant sind und über das Internet abfragbar sind.

Creditreform bietet unter dem Namen "Consumer Auskunft Standard" eine Auskunft über Endverbraucher, die zwar die Mitgliedschaft im Creditreform-Verein voraussetzt, aber nicht zum Einliefern eigener Zahlungserfahrungen verpflichtet. Die abgefragte Datenbank enthält 56 Millionen personenbezogene Datensätze. Auf der Webseite findet sich eine Musterauskunft. In Form einer Ampel wird eine zusammenfassende Empfehlung gegeben. Über die Bonität von Firmenkunden informiert die "Wirtschaftsauskunft" von Creditreform. Kern der Auskunft ist der Bonitätsindex, der aus einer Vielzahl von Daten berechnet wird und in Form einer Gesamtnote ausgedrückt wird, die von 100 bis 600 reicht. Auch hierzu gibt es auf der Webseite eine Musterauskunft.

Mediafinanz wirbt mit Bonitätsauskünften ab 99 Cent. Das Angebot bezieht sich auf Personenauskünfte und kann unmittelbar online abgerufen werden. Die Daten (40 Mio. Negativdaten zu 7,3 Mio. Privatpersonen) stammen von einem der "grössten und renommiertesten" Auskunftsdienstleister Deutschlands. Das Risiko wird in der Auskunft durch eine Ampel sowie eine Schulnote klassifiziert. Negative Ereignisse wie ein abgegebener Offenbarungseid oder Haftbefehl werden einzeln aufgeführt. Angegeben ist auch, falls die Adresse nicht mehr korrekt ist. Auf der Webseite findet sich ein Beispiel für eine Auskunft. Mediafinanz bietet neben Bonitätsauskünften auch Inkasso-Dienstleistungen an.

Die Deutsche Post bietet zusammen mit Albis Finanzdienstleistungen unter dem Namen Adressfactory Prepaid einen Adress- und Bonitäts-Check per Internet. Auskünfte zu Privatpersonen kosten zwei bis sechs Euro, wobei u.a. Daten von InFoScore und SolvenTec zum Einsatz kommen. Bonitätsauskünfte über Firmen kosten um die zehn Euro, wobei die Daten von SolvenTec, Creditreform und Bürgel stammen. Der Auskunftssuchende registriert sich und kauft für mindestens 50 Euro ein Prepaid-Guthaben. Auf der Webseite ist ein kostenloser Test möglich.

Mit Genios können Sie bequem mehrere Datenbanken auf einen Schlag abfragen. Bei der Suche nach einer Firma werden zum Beispiel Ergebnisse von Creditreform, Hoppenstedt, D&B Deutschland, Handelsregistereinträge usw. angeboten – jeweils mit Umfang (Anzahl der Wörter) und Preis.

Atriga bietet basierend auf den Daten von SolvenTec Bonitätsauskünfte über natürliche Personen und Firmen als "Express Check" ab etwa 10 Euro, eine ausführlichere Firmenauskunft kostet das dreifache. Die Abfrage ist online möglich. Neben Bonitätsauskunft bietet Atriga auch Anschriftenermittlung, Prüfung von Bankverbindungen und Inkassodienstleistungen.